Neuer Vergleichstest: Riester-Renten unterschiedlich erfolgreich
zuletzt aktualisiert: 27.06.2010 - 11:38Frankfurt/Main (RPO). Die sogenannten Riester-Rentenversicherungen sind unterschiedlich erfolgreich. Das ergab ein großer Test des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung in Weiden, wie eine Zeitung berichtet. Fast 14 Millionen Deutsche haben inzwischen eine staatlich geförderte private Altersversicherung abgeschlossen.
Das Institut soll anbieterunabhängig sein. Untersucht wurden den Angaben zufolge 50 Gesellschaften und 73 Tarife anhand von 74 Kriterien. Geprüft wurden Kosten und Rendite, die Sicherheit und der Service des Anbieters sowie Flexibilität und Transparenz der Tarife.
Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" gewann die Allianz vor allem wegen ihrer hohen finanziellen Solidität und der großen Flexibilität der Tarife. Bei den Kosten und der Rendite gehörte sie hingegen nicht zu den besten. Gut platziert seien auch noch die Axa, Volkswohl Bund, die Postbankversicherung, HDI Gerling, die Debeka und Cosmos Direkt.
Getestet wurden sowohl konservative Riester-Versicherungen wie auch fondsgebundene Sparmodelle, die mehr Risiko beinhalten. Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Riester-Verträge durchaus lohnten. In acht Musterfällen hätten die Tester positive Renditen errechnet. So bringe eine klassische Riester-Rentenversicherung inklusive der staatlichen Zulagen und Überschussbeteiligung für einen 20-jährigen Mann im Schnitt 4,06 Prozent Rendite. Hier sei die Steuerersparnis während der Ansparphase noch nicht berücksichtigt. Bei Frauen ist die Rendite tendenziell höher, weil sie im Schnitt länger leben.
Nachteilig bei fondsgebundenen Riester-Verträgen seien die hohen Kosten, hieß es. Hier komme es entscheidend auf die Qualität der Aktien- oder Rentenfonds an, in die das Geld investiert wird. Bei einer angenommenen Rendite von 6,0 Prozent vor Kosten bleiben laut Testergebnis bei einem 50-Jährigen am Ende zwischen 3,5 und 4,0 Prozent übrig, bei 20-Jährigen 5,0 Prozent. Bei Älteren schlagen die Kosten wegen der geringeren Laufzeit stärker zubuche.
Problematisch bei Riester-Verträgen ist dem Bericht zufolge die mangelnde Flexibilität. So können nur 30 Prozent des angesparten Kapitals zu Beginn der Rentenphase entnommen werden und sind dann voll zu versteuern. Der Rest wird bis zum Lebensende in monatlichen Raten ausbezahlt. Wer früh stirbt, hat Pech. Viele Riester-Verträge sind den Angaben nach nicht voll vererbbar.
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