kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
panorama opel-werk DDP 2009
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Besuch bei GM-Chef Rick Wagoner: Rüttgers: "Wir sind zum Erfolg verdammt"

VON FRANK VOLLMER - zuletzt aktualisiert: 19.02.2009 - 07:19

Detroit (RPO). Das Bochumer Opelwerk ist noch nicht gerettet – aber es gibt auch noch keine Pläne zu seiner Schließung. Das ist die gute Nachricht, die Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gestern vom Treffen mit General-Motors-Chef Rick Wagoner mitbrachte. Die eigentliche Rettungsarbeit beginnt jetzt erst.

Drei Sicherheitsschleusen hat derjenige zu überwinden, der zu Rick Wagoner will, dem Chef des Autokonzerns General Motors. Durch diese Sicherheitsschleusen musste auch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der sich gestern auf den Weg zu Wagoner nach Detroit gemacht hatte, um mit ihm über die Zukunft des Bochumer Opel-Werks zu verhandeln.

Wagoner residiert im 29. Stock des "Renaissance Center", eines riesenhaften Komplexes aus Firmenzentrale, Hotel, Theater, Einkaufszentrum und Status-Symbol, das der Autokonzern General Motors vor dreißig Jahren direkt an den Detroit River bauen ließ. An schönen Tagen, heißt es, könne man 50 Kilometer weit sehen von der Spitze des "Renaissance Center" in mehr als 200 Metern Höhe.

In guten Zeiten müssten Konzerne wie General Motors ihre Finanzpolitik auf Jahre hinaus geplant haben. An Tagen wie gestern reichte der Blick aus dem "Renaissance Center" gerade einmal bis zur anderen Seite des Flusses, ans kanadische Ufer – die Wolken hängen tief; die Spitzen der Hochhäuser verschwinden darin. In Zeiten wie diesen reicht der Blick von General Motors gerade einmal fünf Wochen weiter bis Ende März. Wenn der marode Konzern bis dahin keine neuen Staatshilfen bekommen hat, ist GM pleite.

Die Lage war also tatsächlich dramatisch, als Rüttgers zusammen mit dem nordrhein-westfälischen IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard zu Wagoner in die 29. Etage kam. Gesprochen wurde im kleinen Kreise – außer Wagoner ist GM-Finanzvorstand Fritz Henderson dabei, auf deutscher Seite zusätzlich Boris Berger, der Abteilungsleiter Regierungsplanung der Staatskanzlei. Die Bewirtung ist karg – Wasser und Cola werden gereicht. Schnell kommt man zum Punkt – es ist nicht viel Zeit; vier Stunden später ist Rüttgers' Flug nach Boston gebucht.

"Sehr offen" sei das Gespräch gewesen, sagt Rüttgers direkt nach der Begegnung. Wagoner lobt die deutschen Opel-Standorte für ihre Effizienz, und er dementiert, dass es Geheimpläne gebe, eine schwarze Liste mit zu schließenden Werken, auf der auch Bochum stehe. Das ist der erste Punkt, den Rüttgers auf der improvisierten Pressekonferenz im "Renaissance Center" verkündet, und er fügt hinzu, Burkhard und ihm sei "ein Stein vom Herzen gefallen" angesichts dieser Nachricht: "Ich finde das richtig gut, dass die Bereitschaft besteht, Pläne zu diskutieren."

Das heißt aber nicht, dass Opel Bochum aus dem Schneider wäre. Die eigentliche Rettungsarbeit beginnt jetzt erst. Opel Europa müsse einen "Zukunftsplan" erarbeiten, der auch und vor allem die deutschen Werke betreffe, sagt Rüttgers. Vier Bundesländer haben Opel-Standorte: NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Er rege an, dass der Bund jetzt die Initiative zur Koordinierung übernehme. Auch die Arbeitnehmer müssten an dem Prozess beteiligt werden. Und: "Ich habe mich bedankt, dass die Vorgaben dafür jetzt in die Zuständigkeit von Opel Europa gegeben sind." Innerhalb der nächste Wochen müsse ein konkreter Plan erarbeitet werden, der auch Antwort gebe auf eventuelle Liquiditäts- und Restrukturierungsfragen.

Voraussetzung für staatliche Hilfe – etwa in Form von Bürgschaften – sei, dass die Standorte erhalten blieben, sagt Rüttgers. Eine "gesellschaftsrechtliche Neuordnung" sei aber auch für GM denkbar, soll heißen: der Einstieg eines Dritten: "Man ist sehr offen." Oliver Burkhard bekräftigt das: Das Ziel sei erreicht, dass GM auch über Chancen mit sich reden lasse, nicht nur über Schließungspläne. Auch eine Lösung Opels von General Motors sei nach wie vor möglich. "Das gut Signal ist: Man darf weiterhin alles denken." Das heiße noch lange nicht, dass es eine Lösung für Bochum gebe, aber es müsse jetzt gelingen, einen Zukunftsplan ohne Entlassungen zu erarbeiten: "Wir sind zum Erfolg verdammt.“

Rüttgers und seine Delegation verlassen das "Renaissance Center" zwanzig Minuten später, als der Zeitplan vorsieht. Zwischendurch, während der Fahrt zum Flughafen, sieht es so aus, als würde es knapp mit dem Flug nach Boston, wo Rüttgers heute die Elite-Uni Harvard und das Massachusetts Institute of Technology besuchen wird. Am Ende aber reicht es doch. Und die Sicht in Detroit ist auch ein bisschen besser geworden.

Während Rüttgers sich direkt in Detroit gegen die Opelkrise stemmte, suchen Politik und Wirtschaftsvertreter in Deutschland fieberhaft nach Lösungen. Finanzminister Peer Steinbrück signalisiserte Bereitschaft zu staatlichen Hilfen, Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg prüft parallel dazu mögliche Alternativen und Opel-Konzernbetriebsratschef Klaus Franz signalisierte in der "Bild"-Zeitung seine Bereitschaft zu Verhandlungen über die Vier-Tage-Woche. >>>mehr

Unser Mitarbeiter Frank Vollmer berichtet regelmäßig in seinem Blog von der USA-Reise des NRW-Ministerpräsidenten.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Eon will sich von Millionen Kunden trennen

Deutschlands größter Versorger

Eon will sich von Millionen Kunden trennen

Deutschlands größter Energieversorger Eon will sich von Millionen Kunden trennen. mehr 

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Bestechung in der Zulieferkette

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Der Autobauer Daimler hat möglicherweise einen Bestechungsfall in seiner Zulieferkette aufgedeckt. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Deutschlands größter Versorger

Eon will sich von Millionen Kunden trennen

Bestechung in der Zulieferkette

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Wie zu Zeiten der Lehman-Pleite

Banken geizen wieder mit Krediten

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Mehr als 140 Tote bei Fluzeugabsturz in Nigeria

Bei einem Flugzeugabsturz am Sonntagabend in Nigeria sind vermutlich alle 147 Passagiere ums Leben gekommen. Auch am Boden gab es Opfer. mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Doering wird neuer FDP-Generalsekretaer

FDP-General stichelt gegen CSU

Patrick Döring sucht die Konfrontation

Nach den Wahlen in NRW und Schleswig-Holstein strotzt die FDP vor Selbstbewusstsein – und demonstriert das auch deutlich vor dem Koalitionsgipfel. Ganz vorn mit dabei als Sprachrohr der Liberalen: Generalsekretär Patrick Döring. Er hat schon öfter ... Von Dana Schülbe  mehr

 
Joschka-Fischer-eine-Karriere-in-Bildern_1_16693.jpg

Dramatischer Appell von Joschka Fischer

"Das europäische Haus steht in Flammen"

Mit einem dramatischen Appell hat der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) die EU-Führungsmächte Deutschland und Frankreich zu einem radikalen Kurswechsel in der Europapolitik ermahnt. Europa stehe am Abgrund und Deutschland trage einen ... mehr

 

23. Jahrestag des Aufstandes

China blockiert Gedenken an Tiananmen

 

Nach der Wahl von Kipping und Riexinger

Linke Angst vor der Bedeutungslosigkeit

 

Der Parteitag der Linken

Lafontaine-Lager setzt sich durch

 

Besuch bei der EM

Merkel entscheidet spontan

 
 

Angebliche Propaganda-Veranstaltung

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Medien

Strom-Rechner

kWh
vergleichen