EU reagiert verhalten: Russland und Ukraine legen Gasstreit bei
zuletzt aktualisiert: 18.01.2009 - 11:58Moskau (RPO). Aufatmen bei den südosteuropäischen Ländern: Russland und die Ukraine haben ihren Gasstreit nach mehr als zwei Wochen für beendet erklärt. Ab Montag sollen die Lieferungen wieder aufgenommen werden. Die EU reagiert verhalten auf die Einigung.
Der Durchbruch wurde in der Nacht zum Sonntag bei einem Gipfeltreffen der beiden Ministerpräsidenten Wladimir Putin und Julia Timoschenko in Moskau erzielt. Damit wurden auch die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Lieferungen in die EU geschaffen. Russland hat die Erdgaslieferungen in die Ukraine am 1. Januar gestoppt. Am 7. Januar wurde auch der Erdgastransit in die EU-Länder eingestellt.
EU reagiert skeptisch
Die Europäische Union hat verhalten auf die Einigung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine reagiert. Die EU begrüße die Übereinkunft, sagte ein Sprecher der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft am Sonntag in Brüssel. Es habe in der Vergangenheit jedoch zu viele aufgekündigte Abkommen und nicht gehaltene Versprechen gegeben.
"Der Vertrag ist noch nicht unterzeichnet und die Lieferungen wurden noch nicht wieder aufgenommen", sagte der Sprecher. Die EU-Kommission begrüßte insbesondere die Ankündigung, die Gaslieferungen am Montag wieder aufzunehmen. Dann werde sich zeigen, ob tatsächlich wieder Gas bei den europäischen Verbrauchern ankomme.
Einzelheiten des Abkommens
Putin sagte, für die Belieferung der Ukraine sei ein Preis vereinbart worden, der 20 Prozent unter den europäischen Marktpreisen liege. Die EU-Kunden zahlen etwa 450 Dollar je 1.000 Kubikmeter Erdgas, während die Ukraine bisher nur 179,50 Dollar zahlen musste. Vor dem Scheitern der Gespräche am Silvestertag hatte Russland der Ukraine einen Preis von 250 Dollar angeboten, was die Ukraine damals aber abgelehnt hatte.
Die ukrainische Regierungschefin Timoschenko sagte, die Belieferung werde aufgenommen, sobald der Vertrag zwischen den beiden staatlichen Versorgungsunternehmen unterzeichnet sei. Beide Seiten erzielten auch eine Vereinbarung zu dem Preis, den Russland der Ukraine für ihre Transitleistungen zahlt.
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