Kreditkrise in Deutschland: Sachen-LB-Chef Süß vor dem Aus
zuletzt aktualisiert: 25.08.2007 - 10:02Berlin (RPO). Die Sachsen LB ist durch die US-Hypothekenkrise in Schieflage geraten, jetzt drohen offenbar weitere personelle Konsequenzen. Laut einem Medienbericht unter Berufung auf Finanzkreise steht die Abberufung von Bankchef Herbert Süß unmittelbar bevor.
Der Vorstandschef müsse sich neben der aktuell brisanten Eigenkapitalsituation auch die riskanten Transaktionen der Dubliner Bank-Tochter Sachsen LB Europe in vollem Umfang zurechnen lassen, berichtet die "Berliner Zeitung". Schließlich gehöre er dem Aufsichtsgremium dieser Gesellschaft bereits seit 2002 an, so dass er über die von den dort geführten Zweckgesellschaften getätigten Geschäfte und deren Risiken in vollem Umfang hätte informiert sein müssen.
Am Donnerstag war bereits das Sachsen-LB-Vorstandsmitglied Stefan Leusder zurückgetreten. Wegen der US-Hypothekenkrise war der von einer Sachsen-LB-Tochter gemanagte Fonds Ormond Quay in Bedrängnis geraten. Die Sparkassen-Finanzgruppe musste eine Kreditlinie in Höhe von 17,3 Milliarden Euro bereitstellen.
Laut Medienberichten sind zudem weitere Verlustrisiken aufgetaucht. Sie sollen in Zusammenhang mit Geschäften der Zweckgesellschaft Georges Quay stehen, die ebenfalls von Dublin aus in großem Stil verbriefte Kreditforderungen aufgekauft haben soll. Anders als die Schwestergesellschaft Ormond Quay habe diese Gesellschaft ihren Geschäftsbetrieb erst nach dem Wegfall der Gewährträgerhaftung aufgenommen, so dass der Freistaat Sachsen für ihre Verluste nicht mehr mit Steuergeldern in die Bresche springen müsse.
Am (heutigen) Samstag wird sich das sächsische Kabinett in einer Sondersitzung mit dem Thema Sachsen LB beschäftigen. An dem Landesinstitut ist der Freistaat Sachsen mit 37 Prozent beteiligt, die Sachsen Finanzgruppe der Sparkassen hält 63 Prozent.
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