"Wir sind gescheitert": Sal. Oppenheim wankt bei Arcandor-Engagement
zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 - 09:16Düsseldorf (RPO). Die Privatbank Sal. Oppenheim will ihr Engagement bei der inzwischen insolventen Handelskonzern Arcandor offenbar nochmal überdenken. In den kommenden sechs Wochen soll es eine Entscheidung geben. Laut Medienberichten halte es die Bank nur noch "theoretisch" für möglich, dass der Konzern insgesamt erhalten bleibe.
"Wir sind gescheitert", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das Umfeld der Bank. Entscheidend sei nun, wie der Insolvenzverwalter die Situation sehe. Die Bank hält zusammen mit einer Beteiligungsgesellschaft rund 29 Prozent der Anteile.
Ebenfalls unter Berufung auf das Bankenumfeld berichtet das "Handelsblatt", dass Sal. Oppenheim nun prüfe, ob man noch einmal in den Konzern investieren wolle oder die Beteiligung verkaufe. Demnach gebe es bereits erste Interessenten für den Anteil der Bank und deren Gesellschafter. Darunter seien sowohl Hedgefonds als auch Einzelpersonen. Anfragen würden derzeit an den Insolvenzverwalter weitergeleitet. Den im vergangenen Herbst eingefädelten Einstieg bei Arcandor betrachte die Bank mittlerweile als Fehler.
Anders als Sal. Oppenheim hat sich Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die mit 26 Prozent Anteilen zweitgrößter Aktionär des Essener Konzerns ist, am Wochenende klar zum Arcandor-Engagement bekannt. Ihr Ehemann Leo Herl, der Schickedanz im Arcandor-Aufsichtsrat vertritt, versicherte in einem Zeitungsinterview, das Aktienpaket werde nicht verkauft.
Derweil hat Arcandor die vor Donnerstag geplante Veröffentlichung des Konzern-Halbjahresberichts (per 31. März) gestrichen. Zur Begründung führte der Konzern am Dienstag seinen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit an. Arcandor hatte die Vorlage der Zahlen bereits zweimal verschoben.
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