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Rückschläge im Patentkrieg: Samsung verkaufte 2011 mehr Smartphones als Apple

zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 - 14:47

Paris (RPO). Der Technologiekonzern Samsung hat im vergangenen Jahr so viele Smartphones verkauft wie kein anderer Hersteller. Der für seine Galaxy-Handys bekannte südkoreanische Hersteller verkaufte 2011 insgesamt 97,4 Millionen Smartphones, ein Plus von 278 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics am Freitag mitteilte. Samsung erreichte damit demnach einen Marktanteil von 19,9 Prozent.

Auf Platz zwei folgte der Smartphone-Pionier Apple mit seinem iPhone. Der US-Konzern verkaufte 2011 93,0 Millionen Handys, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Der Marktanteil betrug laut Strategy Analytics 19,0 Prozent. Im vierten Quartal konnte Apple mit seinem neuen iPhone 4S sogar wieder an Samsung vorbeiziehen: Das US-Unternehmen verkaufte von Oktober bis Dezember 37,0 Millionen iPhones, Samsung 36,5 Millionen Smartphones.

Weit abgeschlagen ist der frühere Marktführer Nokia: Die Smartphone-Verkäufe des Unternehmens gingen 2011 um 23 Prozent zurück. Der Marktanteil der Finnen schrumpfte sogar um mehr als die Hälfte von 33 auf 15,8 Prozent. Nokia hat nach Ansicht von Beobachtern den Durchbruch von Smartphones verpasst. Mittlerweile ist das Unternehmen eine enge Partnerschaft mit dem US-Softwareriesen Microsoft eingegangen und hat ein erfolgreiches Smartphone mit dem Betriebssystem Windows Mobile auf den Markt gebracht.

Rückschlag im Patentkrieg

Allerdings musste Samsung innerhalb einer Woche zwei Niederlagen in seinem Patentkrieg mit Apple einstecken. Das Mannheimer Landgericht wies nun auch eine Klage zu UMTS-Technologien zurück. Die entscheidenden Schlachten stehen in dem Konflikt allerdings erst noch bevor.

Samsung hat auch das zweite Patentverfahren gegen Apple in Mannheim verloren. Das Mannheimer Landgericht erkannte am Freitag erneut keine Patentverletzung durch Apple. Wie bei der vor einer Woche zurückgewiesenen ersten Klage des südkoreanischen Elektronikkonzerns ging es auch in diesem Fall um eine Technologie des schnellen UMTS-Datenfunks, mit dem Apples iPhones und einige iPad-Modelle arbeiten.

Samsung zeigte sich in einer ersten Reaktion enttäuscht und will nach einer Analyse des Urteils eine Berufung beim Oberlandesgericht in Karlsruhe prüfen. Zugleich betonten die Südkoreaner, dass es auch in diesem Fall nur um ein Patent von mehreren Patenten ging, die Samsung gegen Apple ins Feld führt.

Samsung hatte auf einen Erfolg in Mannheim gesetzt. Nach der Anhörung im vergangenen November hatten auch Experten wie der Deutsche Florian Müller, der intensiv den Patentkrieg in der Mobilfunkbranche verfolgt, noch den Eindruck, dass Samsung sich in diesem Fall durchsetzen könnte.

Gegenseitiger Ideenklau

Apple und Samsung werfen sich gegenseitig Ideenklau vor. Klagen laufen auch in den USA, Australien, Japan, Südkorea, den Niederlanden, Frankreich, Italien. Die entscheidenden Schlachten stehen noch bevor. Bisher gelangen den Kontrahenten eher Nadelstiche, wenn auch zum Teil schmerzhafte.

So konnte Apple vor dem Düsseldorfer Landgericht den Verkauf des Samsung-Tablets Galaxy Tab in Deutschland per einstweiliger Verfügung stoppen. Die Südkoreaner wollen das Verbot mit einem modifizierten Modell umschiffen. Ein ähnliches Vertriebsverbot in Australien wurde später aufgehoben. Erst vor zehn Tagen legte Apple mit Vorwürfen gegen Samsung-Smartphones in Düsseldorf nach. Auch brachte Apple Samsung bisher dazu, eine Funktion bei der Anzeige von Text und Bildern leicht zu verändern.

Beide Seiten erlitten auch schon diverse Rückschläge: So verweigerte ein Gericht in Paris Samsung eine einstweilige Verfügung gegen das neue iPhone 4S. Apple wiederum gelang es nicht, das den iPad-Konkurrenten Galaxy Tab in den Niederlanden zu stoppen.

Der Streit zwischen Apple und Samsung ist bisher der heftigste im großen Patentkrieg der Mobilfunk-Branche, in dem besonders oft Hersteller von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android im Visier stehen. So verklagten sich unter anderem auch Microsoft und Motorola sowie Apple und HTC. Motorola gelang im Dezember in Mannheim das bisher schwerwiegendste Urteil gegen Apple - das Landgericht stellte die Verletzung eines Technik-Patents fest, das zum Grundstock des GPRS-Datenfunkstandards gehört.

Quelle: AFP/dpa

 
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