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4,8 Milliarden Euro für Business Objects: SAP plant größte Übernahme der Firmengeschichte

zuletzt aktualisiert: 08.10.2007 - 14:09

Walldorf (RPO). SAP will in Frankreich expandieren und lässt sich dieses Vorhaben einiges kosten. Das Transaktionsvolumen für die Übernahme des französischen Business Objects beläuft sich auf etwas mehr als 4,8 Milliarden Euro - damit steht Europas größter Softwarekonzern vor der größten Übernahme der Firmengeschichte. 

SAP-Chef Henning Kagermann sagte am Montag: "Wir halten die Kombination für extrem attraktiv, weil sie zwei Marktführer zusammenbringt."

Der Verwaltungsrat von Business Objects mit Sitz in Paris habe der Vereinbarung zugestimmt und gehe davon aus, dass er den Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen werde. Bislang setzte SAP vor allem auf kleinere Übernahmen und Wachstum aus eigener Kraft.

Laut Kagermann wird SAP mit der Transaktion sein Wachstum im Bereich Geschäftskunden beschleunigen. Man habe die Gelegenheit genutzt, um schneller in ein bestimmtes Marktsegment zu gehen. SAP-Hauptkonkurrent Oracle hatte im Frühjahr den Business-Objects-Konkurrenten Hyperion für 3,3 Milliarden US-Dollar übernommen.

Kagermann sagte, die Übernahme spiegele die 2005 angekündigte Strategie wider, das Marktpotenzial bis 2010 zu verdoppeln. Das Geschäft soll laut SAP Anfang 2008 über die Bühne gehen. Das französische Unternehmen bleibt als eigenständiger Anbieter innerhalb des Konzerns bestehen. Die Übernahme soll unter anderem mit Barmitteln finanziert werden. SAP bietet den Anteilseignern von Business Objects 42 Euro je Aktie. Die Offerte liegt damit 20 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag.

Das SAP-Papier musste am Montag an der Börse dagegen kräftig Federn lassen und gab teilweise um bis zu 5,28 Prozent nach. Unmittelbar nach Bekanntgabe des SAP-Übernahmeangebotes hatte Business Objects am Sonntagabend eine Gewinnwarnung herausgegeben. Der Ertrag pro Aktie werde sich im dritten Quartal nur auf 36 bis 39 Dollar-Cent belaufen, weniger als berechnet. "Unser Ergebnis ist unter den Erwartungen", erklärte BOB-Chef John Schwarz. "Wir sind enttäuscht, rechnen aber weiter mit steigender Nachfrage". Der Umsatz werde im dritten Quartal zwischen 366 und 370 Millionen Dollar (260 und 263 Euro) liegen. Analysten hatten mit mehr als 380 Millionen Dollar gerechnet.

Positive Reaktionen

SAP betonte, mit dem Zusammenschluss würden einzigartige Lösungen für Geschäftskunden geschaffen, die schnelle und genaue Entscheidungen ermöglichten. Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre würden von den Stärken beider Unternehmen in dieser Kombination profitieren. Business Objects gilt als Pionier im Bereich der Business Intelligence (BI)-Lösungen - mit der Software des französischen Konzerns können Datenbanken verwaltet und analysiert werden. Das Unternehmen wurde 1990 gegründet. Den Angaben zufolge arbeiten 44.000 Firmen weltweit mit der Software der Firma.

Der Gründer und Vorstandschef von Business Objects, Bernard Liautaud, sagte, man freue sich darauf, dass "die harte Arbeit unserer Mitarbeiter und Partner sich auszahlt und bald durch das Portfolio, die Expertise und die Marktstellung von SAP massiv unterstützt wird". Keines der beiden Unternehmen "plant signifikante Restrukturierungen im Zuge der Transaktion", teilte SAP mit.

Analysten bewerteten die Übernahme grundsätzlich positiv. Der angebotene Preis für das Papier sei sehr attraktiv, erklärte BNP Paribas. Die LBBW sagte, das Geschäft mache Sinn. SAP nutze seine Chance in einem wachsenden Marktsegment.

Quelle: afp

 
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