Berlins Finanzsenator: Sarrazin offenbar Favorit für SoFFin-Chefposten
zuletzt aktualisiert: 23.01.2009 - 07:26Berlin (RPO). Nach dem Rücktritt Günther Merls sucht der Rettungsfonds SoFFin einen neuen Chef. Thilo Sarrazin, Berlins Finanzsenator, wird offenbar hoch gehandelt.
Der SPD-Politiker ist laut Medienberichten als neuer Chef des Bankenrettungsfonds SoFFin ("Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung") im Gespräch. Sarrazin zähle zum engsten Favoritenkreis für den Sprecherposten im SoFFin-Leitungsausschuss, berichtete das Onlineportal "Bild.de" am Freitag unter Berufung auf Informationen aus dem Bundesfinanzministerium.
"Sarrazin versteht etwas von Finanzen, ihm wäre die Aufgabe sicher zuzutrauen", zitierte das Portal eine mit den Vorgängen vertraute Person.
Der Chef des Rettungsfonds, Günther Merl, war zurückgetreten. Merl gehe aus persönlichen Gründen, sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums. Der ehemalige Chef der Hessischen Landesbank hatte sein Amt mit der Einrichtung des Fonds im Oktober angetreten. Das "Manager-Magazin" berichtete, Hintergrund des Rücktritts seien unterschiedliche Auffassungen über die Führung des Fonds. Wichtige Entscheidungen waren in den vergangenen Monaten von Berliner Spitzenbeamten getroffen worden, die im Lenkungsausschuss des SoFFin sitzen.
Angesichts des überraschenden Rücktritts Merls, hat der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke eine zügige Nachfolge gefordert. "Wir sind in einer heiklen Phase, in der die Wirksamkeit des Bankenrettungspakets angezweifelt wird. Der Sonderfonds braucht schnell Führung", sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" zufolge.
Das könnte nun Sarrazin werden. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt hingegen, dass Sarrazin im April zur Bundesbank wechseln könnte. Er solle da einen Vorstandsposten bekleiden.
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