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Saudi-Arabien
Niedriger Ölpreis reißt riesiges Haushaltsloch

Saudi-Arabien: Niedriger Ölpreis reißt riesiges Haushaltsloch
Der saudische Ölminister Ali al-Naimi . FOTO: afp, JKL-IW
Riad. Saudi-Arabien leidet unter dem schwachen Ölpreis: Für das Jahr 2016 erwartet das Königreich ein Budgetdefizit von 326 Milliarden Rial (79 Milliarden Euro).

Dies gab die Regierung in Riad am Montag bekannt. Die Ausgaben für das kommende Jahr werden demnach auf knapp 840 Milliarden Rial geschätzt, die Einnahmen auf nur etwas über 513 Milliarden Rial.

Dies ist das erste Budget der Regierungszeit von König Salman bin Abdulasis, der im Januar den Thron bestiegen hatte. Der Monarch betonte in der vergangenen Woche, dass an Ausgaben für Soziales und Infrastruktur festgehalten werde.

2015 klaffte ebenfalls eine Lücke im Haushalt: Die Einnahmen beliefen sich auf 608 Milliarden Rial, geringer als erwartet. Die Ausgaben lagen hingegen bei 975 Milliarden Rial, wie der Sender Al-Arabija berichtete.

Wie andere Golfstaaten kämpft auch Riad mit sinkenden Rohstoffpreisen. Saudi-Arabien ist der weltweit größte Rohölexporteur. Nach Angaben von Al-Arabija stammen etwa drei Viertel der saudischen Einkünfte aus Ölexporten. Dem Sender zufolge basieren die Budgetkalkulation für 2016 auf einem Preis von 45 Dollar pro Barrel Rohöl. Derzeit liegt der Ölpreis bei etwas unter 40 Dollar.

Saudi-Arabien besaß bislang Währungsreserven in Höhe von fast 730 Milliarden Dollar. Dies ermöglicht es dem Land, an seiner Ölpolitik festzuhalten und die Exporte nicht zu drosseln. Die Saudis setzen darauf, mit langem Atem ihre Marktanteile zu verteidigen.

(dpa)
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