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Hypo Real Estate: Schadenersatzklagen gehen in die Milliarden

zuletzt aktualisiert: 25.09.2009 - 19:36

München (RPO). Die marode Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) wird auf Schadenersatz verklagt. Die Forderungen der institutionellen Investoren gehen offenbar in die Milliardenhöhe.

Die Klagesumme in dem bereits laufenden Verfahren solle kommende Woche "nunmehr auf fast eine Milliarde Euro" aufgestockt werden, sagte der Jurist Christian Wefers der "Süddeutschen Zeitung".

Bislang hatte er vor dem Landgericht München auf 320 Millionen Euro geklagt. Sein Rechtsanwalt Andreas Tilp wirft der HRE vor, unter ihrem alten Vorstand Georg Funke den Anlegern zu lange ihren wahren Zustand verheimlicht zu haben. Deshalb fordert Wefers Schadenersatz für die mittlerweile nahezu wertlosen HRE-Aktien. Kapitalanlagefonds aus dem In- und Ausland hatten ihre Forderungen an Wefers abgetreten.

Dazu zählen dem Blatt zufolge unter anderem Fonds der Sparkassen und Landesbanken sowie des Versicherungskonzerns Allianz. Dahinter stünden Hunderttausende, wenn nicht sogar mehrere Millionen Privatanleger, erläuterte Wefers. Die Allianz wollte keine Stellungnahme abgeben.

Die HRE weist die Vorwürfe zurück. Die Gesellschaft habe sich stets korrekt verhalten und gehe deshalb davon aus, dass die Klagen ohne Erfolg blieben, sagte ein Sprecher der Bank. Das Münchner Gericht hatte Wefers zum Prozessauftakt im August wenig Hoffnung auf Schadenersatz gemacht und einen Vergleich angeregt. Seitdem habe er aber zahlreiche "zusätzliche Informationen und Beweise" erhalten, mit denen er die bisherigen Ansprüche wie auch neue Forderungen untermauern könne, sagte Wefers nun der Zeitung.

So habe die HRE im vergangenen Jahr verschwiegen, dass die deutsche Bankenaufsicht bei einer Sonderprüfung auf gravierende Mängel bei der Bank gestoßen sei. Diese Information wäre für Anleger, die HRE-Aktien kaufen wollten, wichtig gewesen, erklärte Wefers weiter.

Sein Anwalt Tilp strebt einen Musterprozess an, in dem alle anhängigen Verfahren zusammengefasst werden. Auch andere ehemalige HRE-Aktionäre klagen mittlerweile auf Schadenersatz. Allein die Münchner Kanzlei Rotter vertritt 62 Anleger.

Vor einem Jahr mussten Bund und Finanzwirtschaft die HRE wegen Fehlspekulationen ihrer irischen Tochter Depfa vor dem Aus retten. Seitdem wird das Institut mit Garantien in Höhe von 100 Milliarden Euro über Wasser gehalten. 90 Prozent der Aktien gehören mittlerweile dem Staat, der Rest soll Anfang Oktober in seinen Besitz kommen. Nach einer Kapitalspritze von drei Milliarden Euro durch den Bankenrettungsfonds braucht die HRE voraussichtlich noch weitere sieben Milliarden, um über die Runden zu kommen.

Quelle: RTR/jt

 
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