Kaufboykott wegen Außenpolitik: Schadet Bush Marlboro und McDonald`s?
zuletzt aktualisiert: 24.11.2004 - 16:04Washington (rpo). Die US-Firmen Marlboro, McDonald's und American Express müssen offenbar um ihre Umsätze bangen. Jeder fünfte Europäer ist laut einer US-Umfrage nach der Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush zum Boykott amerikanischer Produkte bereit. Ein Boykott als Protest gegen die US-Außenpolitik.
Betroffen seien vor allem Markenhersteller mit einem deutlichen Amerika-Image, hieß es in einer Umfrage des Instituts Global Market Insite (GMI). Demnach könnten vor allem Marlboro-Zigaretten, die Schnellrestaurantkette McDonald's, das Kreditkartenunternehmen American Express, der Autobauer General Motors und der Fernsehsender CNN von einer möglichen Konsumverweigerung der Europäer betroffen sein.
Die Befragung von rund 8000 europäischen Verbrauchern eine Woche nach der US-Präsidentschaftswahl am 2. November habe die "Frustration über die Wiederwahl Bushs und die einseitige US-Außenpolitik" deutlich gemacht, erklärte GMI. Ein schlechtes Amerika-Image beeinträchtige unmittelbar das Image amerikanischer Produkte. Der Studie zufolge gibt es in Deutschland besonders viele Bush-Kritiker: 81 Prozent der hier Befragten zeigten sich unzufrieden mit seiner Wiederwahl; in Frankreich waren es 73 Prozent, in Großbritannien 52 Prozent. 42 Prozent der befragten Deutschen gaben in der Befragung an, sie würden keinen Wagen der Marke General Motors kaufen.
Zwei Drittel aller befragten Europäer gaben an, die US-Außenpolitik folge nur eigennützigen Zielen. Gut 40 Prozent glaubten demnach, die Regierung in Washington habe den Irak-Krieg begonnen, um die Kontrolle über die dortigen Ölreserven zu sichern; mehr als zwei Drittel rechneten mit einem weiteren US-geführten Krieg in der Präsidentschaftszeit bis 2008. Der Umfrage zufolge rechneten nur neun Prozent der Befragten damit, dass die Bush-Regierung im Irak in den kommenden Jahren eine Demokratie einführen könne.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
