Seite an Seite mit der IG Metall: Schaeffler geht neue Wege
zuletzt aktualisiert: 23.02.2009 - 12:52Frankfurt/Main (RPO). Der Autozulieferer Schaeffler taumelt. Das Unternehmen kämpft angesichts der Wirtschaftskrise um die Existenz. Auf der Suche nach Lösungsoptionen lassen die Gesellschafter Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler nichts unversucht. Beim Drängen auf staatliche Hilfen setzen sie offenbar nun auf die Unterstützung der Gewerkschaften.
Für Montagnachmittag hat die IG Metall zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ihres Vorsitzenden Berthold Huber mit den Schaeffler-Gesellschaftern Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler in Frankfurt am Main eingeladen. Thema sei "die aktuelle Entwicklung beim Autozulieferer" hieß es in der Einladung.
Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, Maria-Elisabeth Schaeffler zeige sich zu Zugeständnissen an die IG Metall bereit, um die Unterstützung der Gewerkschaft für ein staatliches Engagement zu bekommen. Sie soll sich gegenüber IG-Metall-Chef Huber bereit erklärt haben, die Mitbestimmung in ihrer Firmengruppe einzuführen, Mitarbeiterbeteiligungen zu ermöglichen und mehr Transparenz gegenüber Beschäftigten und der Öffentlichkeit an den Tag zu legen.
Dem Zeitungsbericht zufolge ist auch im Gespräch, die Schaeffler KG zu einer "Kommanditgesellschaft auf Aktien" umzuwandeln. In jedem Fall solle ein Aufsichtsrat eingerichtet werden, der paritätisch von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite besetzt würde.
Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck sagte der AP am Montag, zum Inhalt der Gespräche zwischen IG-Metall und dem Unternehmen wolle er sich nicht äußern. Wenn es etwas mitzuteilen gebe, werde man sich äußern, sagte er. "Ich kann nicht dementieren, dass das möglicherweise heute sein könnte."
Merkel und Scholz gegen Staatshilfe
Am Wochenende war die Debatte um Staatshilfen für Schaeffler voll entbrannt. Maria-Elisabeth Schaeffler sagte der "Bild am Sonntag": "In jedem Auto auf dieser Welt finden Sie im Durchschnitt 60 Teile allein aus der Schaeffler-Produktion. Eine Störung in unserer Produktion hat für die Automobilindustrie weltweit schwerwiegende Auswirkungen."
Der Familienkonzern hatte den größeren Konkurrenten Continental auf Pump übernommen und sucht jetzt händeringend einen Investor. Zur Überbrückung soll der Bund helfen. Kanzlerin Angela Merkel hatte jedoch erklärt: "Wir werden nicht die Zeche für riskante Unternehmensentscheidungen zahlen."
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz kritisierte die Familie. "Man kann nicht im Nerzmantel nach Staatshilfe rufen", sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". Der Staat sei nicht dafür da, für Fehlentscheidungen von Milliardären geradezustehen. "Es kann jedenfalls nicht sein, dass jemand, der sich verspekuliert hat, auch noch einen Reibach auf Steuerzahlerkosten macht."
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bekräftigte dagegen im "Kölner Stadt-Anzeiger", der Staat solle diesen Firmen helfen, wenn sie ein zukunftsfähiges Konzept hätten und dazu die wichtigsten Banken dieser Firmen stünden.
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