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Automobilexperte Dudenhöffer: Schaeffler-Übernahme "nur billige Kosmetik"

zuletzt aktualisiert: 21.05.2009 - 10:46

Düsseldorf (RP). Bei den angeschlagenen Autozulieferern Schaeffler und Continental wird über ein völlig neues Sanierungskonzept nachgedacht: Ein Schaeffler-Sprecher bestätigte Pläne, wonach Conti den kleineren Konkurrenten übernehmen könnte. Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hält das für unrealistisch. "Beide Unternehmen sind dafür viel zu hoch verschuldet", sagte er unserer Redaktion.

Zweifelt am Investitionsprogramm für Bochum: Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer.  Foto: Dudenhöffer
Zweifelt am Investitionsprogramm für Bochum: Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer. Foto: Dudenhöffer

Ein Schaeffler-Sprecher bestätigte die Übernahme-Pläne gestern: "Die Integration ist eine Option, die wir prüfen", sagte er. Dafür sei eine externe Beratungsfirma sei zur "Begleitung dieses Prozesses" eingeschaltet worden. Ähnlich wie bereits bei VW und Porsche würde dann aus dem Käufer der Gekaufte. Der Familienkonzern Schaeffler hatte sich bei der Übernahme des größeren Konkurrenten verhoben.

Die IG Metall begrüßte die Übernahmepläne. "Die Gewerkschaft wäre einer solchen Lösung nicht abgeneigt", sagte ihr Schaeffler-Betreuer Wolfgang Müller. Damit könne die derzeitige Patt-Situation aufgelöst werden. "Aus Arbeitnehmersicht wäre es wichtig, endlich klare Verhältnisse zu schaffen."

Firmen-Inhaberin Maria-Elisabeth Schaeffler steht einer Übernahme durch Conti laut "Handelsblatt" wohlwollend gegenüber. Dagegen lehnt der Gesamtbetriebsrat des fränkischen Zulieferers eine Übernahme durch Continental kategorische ab. Das wäre genauso falsch wie zuvor die Übernahme von Conti durch Schaeffler, sagte Betriebsratschef Norbert Lenhard. "Wir sind eher für einen Zusammenschluss auf Augenhöhe", sagte Lenhard. "Faire Partner sind uns lieber als aggressive Übernahmen."

Dudenhöffer skeptisch

Ähnlich kritisch steht auch der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer zu einer Schaeffler-Übernahme: "Beide Unternehmen sind dafür viel zu hoch verschuldet", sagte der Duisburger Auto-Professor unserer Redaktion. "Es würde überhaupt nichts bringen, die Schulden von der einen in die andere Tasche zu verschieben. Das wäre nur billige und unnütze Kosmetik."

Als Rettung für die angeschlagenen Zulieferer brachte Dudenhöffer erneut den Staat ins Spiel. Schon vor fünf Monaten hätte die Bundesregierung Schaeffler einen Bürgschaft von fünf Milliarden Euro geben können. Alle Voraussetzungen dafür seien erfüllt gewesen, so der Autoexperte. Denkbar wäre zudem der Einstieg eines dritten Investors.

Die Börsianer begrüßten die Pläne. Die Continental-Papiere machten einen deutlichen Kurssprung und lagen zum Börsenschluss mit einem Gewinn von 18,18 Prozent bei 23,60 Euro.

Quelle: RP

 
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