Werben um Staatsmilliarden: Schaeffler will Mitbestimmung für Mitarbeiter einführen
zuletzt aktualisiert: 22.02.2009 - 21:31München (RPO). Der Automobilzulieferer Schaeffler will in dem Werben um staatliche Hilfen auch auf die Arbeitnehmer zugehen: Angeblich plant das Unternehmen die Einführung einer betrieblichen Mitbestimmung. Im Gegenzug soll sich die IG Metall angeblich für Staatshilfen einsetzen.
Um leichter an Staatshilfe zu kommen, ist Unternehmenschefin Maria-Elisabeth Schaeffler zu weitreichenden Zugeständnissen an die IG Metall bereit. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat sie dem IG-Metall-Vorsitzenden Berthold Huber ihre Bereitschaft erklärt, die Mitbestimmung in ihrer Firmengruppe einführen, Mitarbeiterbeteiligungen zu ermöglichen und mehr Transparenz gegenüber Beschäftigten und Öffentlichkeit zu schaffen.
Alle Punkte sollen in einem gemeinsamen Positionspapier zwischen ihr und der IG Metall festgeschrieben werden. Im Gegenzug will sich die Gewerkschaft dafür einsetzen, dass die wegen der Conti-Übernahme mit mehr als zehn Milliarden Euro verschuldete Schaeffler-Gruppe Staatshilfe erhält.
Nach Informationen der Zeitung trat bei den Verhandlungen zwischen Schaeffler und Huber der frühere SPD-Vorsitzende und Bundesminister Rudolf Scharping als Vermittler auf. Auf Bitten Schaefflers habe er den Kontakt zu Huber eingefädelt. Wie die Zeitung weiter berichtet, ist im Gespräch, die Schaeffler KG zu einer "Kommanditgesellschaft auf Aktien" umzuwandeln. In jedem Fall werde ein Aufsichtsrat eingerichtet, der paritätisch von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite besetzt werden soll.
Während Scharping für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, bestätigten ein Schaeffler-Sprecher und Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer, "dass es solche Kontakte und Gespräche gibt." Zu den Inhalten wollten beide nichts sagen.
Laut Zeitung ist Grundlage für die Vereinbarung zwischen Schaeffler und der IG Metall ein Grundsatzpapier, das Neugebauer, dessen niedersächsischer Kollege Hartmut Meine und der Frankfurter Bezirksleiter Armin Schild formuliert haben.
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