Passagiere jubeln beim Jungfernflug: Schampus-Party im Airbus
zuletzt aktualisiert: 25.10.2007 - 12:43Singapur (RPO). Jubel, Applaus und Sekt für alle: Der erste Linienflug des Airbus A380 war bei den Passagieren ein durchschlagender Erfolg. "So etwas habe ich noch nie erlebt", ruft der Australier Tony Lee vom Bett der Luxussuite aus. Er war einfach nur glücklich, einer der 455 Menschen zu sein, die für den historischen Flug von Singapur nach Sydney ein Ticket ergattert hatten.
Vier Piloten und 26 weitere Besatzungsmitglieder kümmerten sich auf dem siebenstündigen Flug um Sicherheit und Komfort der Passagiere. Eigentlich hätte der Flug schon vor etwa zwei Jahren stattfinden sollen, doch hatten Probleme bei Airbus die Auslieferung der Maschine immer wieder verschoben.
Die Passagiere jubelten und klatschten, als der Riese pünktlich um 08.16 Uhr in die Lüfte stieg. Nach dem Start servierten die Flugbegleiterinnen für alle Passagiere Sekt. Und jeder Fluggast bekam eine Urkunde, die die Teilnahme an dem historischen Flug SQ380 bestätigte.
"So etwas habe ich noch nie in der Luft erlebt", schwärmte der Australier Tony Elwood, der es sich mit seiner Frau Julie im Doppelbett einer Erste-Klasse-Suite bequem gemacht hat. "Alles, was danach kommt, kann einfach nur schrecklich sein", befindet er bei einem Schluck Dom Perignon. Umgerechnet 35.000 Euro hat er für die beiden Tickets bezahlt. Die Plätze für den historischen Flug wurden im Internet versteigert, was einer Hilfsorganisation umgerechnet 900.000 Euro eingebracht hat.
Höchste Gebot
Das höchste Gebot kam von dem 39-jährigen Briten Julian Hayward. Er zahlte rund 70.000 Euro für die zwei Luxussuiten, die mit Gleittüren verschlossen und mit einem Doppelbett sowie einem Flachbildfernseher ausgestattet sind.
Auch auf den billigeren Plätzen fühlte man sich wohl. "Es ist geräumig hier und sehr bequem. Sogar in der Economy-Klasse, auch wenn die Sitze ein wenig eng sind", sagte der 59-jährige Chris Billowes aus Schweden, während er an seinem Sekt nippte.
Der A380 löst die Boeing 747 nach 37 Jahren als weltgrößter Passagierjet ab. "Das ist in der Tat ein Meilenstein in der Zeitrechnung der Luftfahrtgeschichte", sagte der Vorstandsvorsitzende der Singapore Airlines, Chew Choon Seng. Die Fluggesellschaft will innerhalb von vier Jahren ihre 14 Maschinen vom Typ Boeing 747-400 mit dem A380 ersetzen.
Der Riesenvogel ist so hoch wie ein sechsstöckiges Haus und kann bis zu 853 Passagiere befördern, falls alle Plätze in der Touristenklasse angeboten werden. In der typischen Dreiklassen-Ausstattung hat der A380 aber nur Platz für 555 Passagiere und damit etwa 150 mehr als die Boeing 747. Nach Angaben von Airbus ist es das sparsamste und leiseste Flugzeug, das je gebaut wurde. Größter A380- Kunde ist die in Dubai ansässige Fluglinie Emirates. Lufthansa hat 15 Exemplare des A380 bestellt und erwartet die erste Maschine im Jahr 2009.
Erzrivale Boeing schickt "Dreamliner" ins Rennen
Schwerwiegende Konstruktions- und Kommunikationspannen zwischen deutschen und französischen Werken und die daraus resultierenden Lieferverzögerungen hatten Airbus in eine Krise gestürzt und dem Unternehmen im vergangenen Jahr Verluste von mehr als einer halben Milliarde Euro beschert.
165 Bestellungen hat Airbus für den A380 erhalten. Um Gewinn zu machen, müssten mindestens 470 Flugzeuge verkauft werden, schätzen Experten. Eine gigantische Hürde, denn der A380 ist nicht ohne Handicaps. Wegen seiner gewaltigen Ausmaße kann der Jumbo nur auf wenigen Flughäfen landen. Wenn die Kunden von Langstreckenflügen lieber direkt ans Ziel kommen wollen, wären die Airlines mit dem "Dreamliner" B747 des Erzrivalen Boeing oder dem Airbus A350 XWB besser bedient. Beide Maschinen werden zudem deutlich sparsamer, weil sie erstmals weitgehend aus Kohlefaser gebaut werden.
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