Quelle-Aus: Schickedanz macht sich Vorwürfe
zuletzt aktualisiert: 22.10.2009 - 11:47Berlin (RPO). Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz macht sich einem Medienbericht zufolge Vorwürfe wegen des Niedergangs des Traditionsunternehmens. Konkret äußern nöchte sie sich derzeit nicht, wie ihr Mann einer Zeitung versicherte. Derweil erleben die Mitarbeiter nach Angaben des Betriebsrats eine Welle der Solidarität.
"Meine Frau gibt derzeit keinen Kommentar ab. Wir fürchten, dass alles missverstanden würde. Dabei hat meine Frau doch alles getan, was sie tun konnte", zitierte die "Bild"-Zeitung Schickedanz' Ehemann Leo Herl.
Es hänge vom Gesundheitszustand seiner Frau ab, wann sie sich äußern werde, sagte er demnach. Der Zeitung zufolge ist die 66-jährige Tochter des Quelle-Firmengründers Gustav Schickedanz gesundheitlich angeschlagen und macht sich Vorwürfe wegen des Niedergangs des Unternehmens. Nach dem Insolvenzantrag von Arcandor Anfang Juni soll sie einen Schwächeanfall erlitten haben. Durch die Pleite büßte Schickedanz große Teile ihres Vermögens ein.
Die Mitarbeiter des insolventen Versandhauses Quelle erfahren nach Worten von Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel derzeit viel Solidarität. Zwar erlebten die Beschäftigten durch das Aus für das Unternehmen aktuell eine "Katastrophe", sagte Sindel am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Zugleich herrsche aber viel Solidarität: Andere Firmen böten Arbeit an - bis hin zu Kleinstunternehmen wie Konditoreien, die Teilzeitbeschäftigungen offerierten. "Wir werden alles nutzen", sagte Sindel.
Allein in Bayern gebe es rund 4000 Betroffene, von denen die Mehrzahl in der Region Nürnberg-Fürth lebe, sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats. Es dürfe nicht verschwiegen werden, dass nur Teile der Belegschaft wieder vermittelt werden könnten. "Wir brauchen jetzt Unterstützung von allen Seiten", betonte Sindel.
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