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Schlichterspruch akzeptiert
Lufthansa und Ufo einigen sich auf neues Tarifwerk

Schlichterspruch akzeptiert: Lufthansa und Ufo einigen sich auf neues Tarifwerk
Die Lufthansa hat sich mit den Flugbegleitern geeinigt. FOTO: dpa
Berlin. Die Lufthansa hat sich mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo auf ein neues Tarifwerk geeinigt. Beide Seiten nahmen am Dienstag eine Empfehlung des Schlichters Matthias Platzeck an.

Demnach werden die Vergütungen für das Kabinenpersonal zum 1. Oktober 2016 um ein Prozent erhöht und um weitere zwei Prozent zum 1. Januar 2018.

Außerdem einigten sich beide Seiten auf ein neues System der betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung. Bis zum Jahr 2021 gilt ferner eine Beschäftigungsgarantie für alle 19.000 Flugbegleiter der Lufthansa. Die Einigung beendet einen von Streiks begleiteten Tarifstreit, der drei Jahre dauerte. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt, dass ihm die Ufo-Mitglieder bis zum 10. August in einer Urabstimmung zustimmen.

Die wichtigsten Punkte der Einigung:

ENTGELT: Im dreieinhalb Jahre langen Tarifzeitraum von Januar 2016 bis Juni 2019 steigen die Gehälter in drei Stufen um knapp 5,5 Prozent. Neben der ersten Stufe hat es bereits eine Einmalzahlung von 3000 Euro für das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2015 gegeben. Gewinnabhängige Lohnkomponenten werden erhöht.

BETRIEBSRENTEN: Das System wird komplett umgekrempelt und mit den Übergangsrenten (ab 55 möglich) zusammengeführt. Grundsätzlich geht das Zinsrisiko auf die Mitarbeiter über, weil Lufthansa nur noch feste Beiträge zahlt, statt wie bislang die Höhe der Renten zu garantieren. Das entlastet die Bilanz. Lufthansa legt beim Gehalt 5,2 Prozent für die Alterssicherung drauf. Ob es sich für die Mitarbeiter rechnet, hängt von der Rendite ab, für die ein Mitarbeiterfonds verantwortlich zeichnet. Für jüngere Mitarbeiter darf mit den Überschüssen auch in riskanteren Anlagen spekuliert werden.

- KÜNFTIGE KONFLIKTE: Auf Drängen Platzecks haben sich die Partner Spielregeln für den künftigen Umgang miteinander gegeben. Wichtigster Punkt ist neben regelmäßigen Treffen die verbindliche Schlichtung vor einem unbefristeten Streik.

BESCHÄFTIGUNGSGARANTIE: Die Kabinenmitarbeiter müssen bis 2021 nicht um ihre Jobs zittern. Neben dieser Beschäftigungsgarantie hat das Unternehmen auch zugesagt, seine Flugzeuge bis 2023 nicht mit Fremdpersonal zu besetzen. Zuletzt war die Personaldecke sehr dünn geworden, sodass Lufthansa zu ungewöhnlichen Rekrutierungsmaßnahmen wie einem Casting nach TV-Vorbild griff.

BERUFSBILD: Aus dem viermonatigen Anlernjob Flugbegleiter soll ein Ausbildungsberuf auf Bachelor-Niveau entwickelt werden. Die höheren Entgeltstufen für Flugbegleiter mit mindestens 2150 Euro monatlichem Grundgehalt kann künftig nur noch erreichen, wer die 18-monatige Ausbildung absolviert.

(felt/dpa)
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