Weiterer Fall: Schon früher Datenleck bei AWD
zuletzt aktualisiert: 17.10.2009 - 11:36Frankfurt/Main (RPO). Beim Finanzdienstleister AWD ist ein weiteres Datenleck bekanntgeworden. Das Unternehmen erstattete nach eigenen Angaben im Sommer 2007 Strafantrag, nachdem interne Abrechnungen von etwa 1500 Handelsvertretern aus den Jahren 2003 und 2004 ins Internet gestellt worden waren.
Es habe sich nicht um Kundendaten gehandelt, betonte AWD-Sprecher Bela Anda am Samstag. Am Freitag hatte der NDR berichtet, ihm seien 27.000 Datensätze von Kunden des Hannoverschen Unternehmens zugespielt worden.
Die "Neue Westfälische" meldete, eine AWD-kritische Website habe auf 26 Seiten Daten von Vertretern des Finanzdienstleisters aufgelistet, darunter Mitarbeiternummern, Namen, Datum des Firmeneintritts, Vergütungsstufen, Kontokorrent-Konten, Stornoreserven, Darlehen, Vorschüsse und monatliche Einnahmen. AWD erklärte dazu, die Staatsanwaltschaft Hannover habe ihre Ermittlungen 2007 mit der Begründung eingestellt, die Website werde über einen Server in den USA betrieben.
"Hinweise auf den oder die Täter könnten also allenfalls durch Ermittlungen in den USA erlangt werden. (...) Aus zahlreichen anderen Ermittlungsverfahren ist jedoch bekannt, dass Rechtshilfeersuchen in die USA nicht erfolgversprechend, sind", erklärte die Staatsanwaltschaft laut AWD. Das Unternehmen habe daraufhin bei Suchmaschinenanbietern interveniert. Es sei "teilweise gelungen, dass diese die entsprechenden Seiten aus ihren Suchanzeigen genommen haben." Außerdem habe man die Datenschützer des Bundes und Hamburgs um Unterstützung gebeten, allerdings vergeblich.
"Kunden nach 2001 nicht betroffen"
"Der Vorgang zeigt, dass ein wirksamer Schutz von Daten seine Grenzen in der kriminellen Energie von Menschen findet", erklärte Anda zu der Datenaffäre. Am Freitag war eine Datenpanne bei AWD bekanntgeworden. NDR Info wurden nach eigenen Angaben insgesamt 27.000 Datensätze zugespielt, die Kundennummer, Adresse, Telefonnummer, Berufsbezeichnung, Geburtstag und die Vertragsabschlüsse der einzelnen Kunden enthalten.
AWD erklärte, es seien keine sensiblen Angaben "im Sinne des Datenschutzes in den vorgelegten Daten, insbesondere keine Konto- oder Bankverbindungen der Kunden". Das Unternehmen habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Dazu sagte Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein im Norddeutschen Rundfunk, mit denen dem NDR vorliegenden Daten "können Sie doch genau absehen, was das für Leute sind, wie viel Geld die haben. Und schlimmstenfalls geraten solche Daten in Hände von Leuten, die kriminell sind und wissen, wo sie was holen können."
AWD erklärte am Samstag: "Nach den AWD vom NDR vorgelegten Daten sind Kunden, die nach 2001 über AWD Verträge abgeschlossen haben nicht betroffen. AWD hat die ihm genannten Kunden informiert." Das Unternehmen bitte den Sender, "dass dieser unter Wahrung des Informantenschutzes die in seinem Besitz befindlichen AWD-Kundendaten der Staatsanwaltschaft Hannover übergibt".
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