LBB-Datenskandal: Schuld war ein gestohlener Weihnachtsstollen
zuletzt aktualisiert: 19.12.2008 - 15:39Frankfurt/Main (RPO). Ein gestohlener Weihnachtsstollen ist die Ursache für den Skandal um die verlorene Kreditkartendaten bei der Landesbank Berlin (LBB). Angestellte eines Kurierdienstes tauschten Pakete aus, um an den Weihnachtsstollen zu gelangen.
Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Freitag mitteilte, öffneten zwei Angestellte eines Kurierdienstes in Mainz ein entsprechendes Paket und tauschten es mit einem anderen aus, um ihre Tat zu vertuschen. Der Kuchen war an die Redaktion der "Frankfurter Rundschau" gerichtet. Doch anstelle des Weihnachtsstollens gingen bei der Zeitung am vergangenen Freitag die sensiblen Daten mit Tausenden Kreditkartenabrechnungen ein.
Die Kundendaten waren auf dem Weg von der Archivierungsfirma Atos Worldline zur LBB. Die beiden Männer im Alter von 27 und 35 Jahren versandten fünf Pakete tatsächlich an die LBB. Das sechste versahen sie mit dem Etikett des zerstörten Paketes, wie Staatsanwältin Doris-Möller Scheu erklärte. Die beiden Kurierfahrer sind demnach geständig. "Der Fall konnte dank des engagierten und personalintensiven Einsatzes des zuständigen Fachkommissariats schnell geklärt werden, das noch nie mit so großem Personalaufwand den Diebstahl eines Weihnachtsstollens zu ermitteln hatte."
Nach Angaben von Ermittlern handelt es sich bei der Meldung nicht um einen Scherz. Der Skandal um die verlorenen Daten der LBB entfachte eine neue Debatte über die Sicherheit von Kundendaten in deutschen Firmen. Betroffen waren nicht nur Daten der Bank, sondern auch von Partnern wie dem Automobilclub ADAC oder dem Buchhändler Amazon.
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