DAX fällt auf Jahrestief: Schwarzer Montag an der Börse
zuletzt aktualisiert: 17.03.2008 - 11:17Frankfurt/Main (RPO). Schwarzer Montag an der Börse: Der DAX hat seine Verluste am Vormittag deutlich ausgeweitet und ist kurzzeitig unter das Niveau von 6200 Punkten gefallen. Bei 6187 Punkten markierte der Index ein neues Jahrestief. Das entsprach einem Minus von rund vier Prozent.
Als Gründe werden von Beobachtern der weiter nachgebende Dollar und die Krise bei der US-Investmentbank Bear Stearns angeführt. Aber auch das deutliche Minus von Siemens (12 Prozent) nach einer Gewinnwarnung belasten den Markt. Allein Siemens kostet den DAX derzeit 75 Punkte, damit geht rund ein Drittel des DAX-Rückgangs auf den Konzern zurück.
Auch die HypoRealEstate (5,8 Prozent), die Deutsche Börse (4,9 Prozent), die Commerzbank (4,6 Prozent) und die Deutsche Bank (3,7 Prozent) verzeichneten kräftigste Verluste.
Die überraschende Senkung des Diskont-Satzes durch die US-Notenbank "zeige zudem Zeichen von Panik", sagte ein Händler. Dies passe zur Übernahme von Bear Stearns durch J.P.Morgan. Die angeschlagene Investmentbank werde durch den Kauf mit zwei Dollar je Aktie bewertet, dies sei nur ein Fünfzehntel des Wertes vom Freitag. Der Markt warte nun auf mögliche Schritte der US-Regierung und auf die Sitzung der US-Notenbank am Dienstag.
Auch der Schweizer Aktienmarkt öffnete mit massiven Verlusten. Der Swiss Market Index (SMI) fiel bei Handelsaufnahme um 3,11 Prozent auf 6.910,53 Punkte. Wegen der Krise bei der US-Investmentbank Bear Stearns mussten auch an der Schweizer Börse die Großbankentitel scharfe Kursverluste hinnehmen.
Die UBS, die schon am vergangenen Freitag starke Verluste verzeichnete, fiel bei Handelseröffnung um weitere 9,92 Prozent. Die Titel von Credit Suisse gaben um 3,68 Prozent und jene von Julius Bär um 3,45 Prozent nach.
In Japan war zuvor der Nikkei-Index um 3,7 Prozent auf 11.787,51 Punkte gefallen, was dem tiefsten Stand seit August 2005 entspricht. Der Handel war dominiert von Nervosität nach der Rettungsaktion der massiv angeschlagenen US-Investmentbank Bear Stearns durch die zweitgrößte US-Bank JPMorgan Chase sowie dem Entscheid der US-Notenbank, den Diskontsatz von 3,5 auf 3,25 Prozent zu senken.
Die Rettungsaktion von Bear Stearns und des Finanzsystems nehme dramatische Züge an, heißt es im Kommentar der Privatbank Wegelin. Ein anderer Analyst sprach von einer panikartigen Reaktion der US-Notenbank Fed. Die Lage im Finanzsystem sei äußerst angespannt, schreibt die Privatbank Wegelin. Weiteres Ungemach sei vorprogrammiert, weil die US-Investmentbanken ausgerechnet in dieser Woche auch noch zur Ergebnispublikation antreten müssen.
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