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Unternehmen soll zerschlagen werden
Schwierige Zeiten für Innogy

Schwierige Zeiten für Innogy: Unternehmen soll zerschlagen werden
Das Logo von Innogy vor der Konzernzentrale in Essen. FOTO: dpa, ve lof
Essen . Der Vorstandschef geht, Unbekannte verletzen den Finanzvorstand bei einem Säureangriff lebensgefährlich - und nun planen RWE und EON die Zerschlagung. Inmitten der Turbulenzen legt der Energiekonzern aktuelle Zahlen vor.

Der vor der Zerschlagung stehende Energiekonzern Innogy hält an seinem Investitionskurs fest und will den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Zu den Plänen des Großaktionärs RWE und des Konkurrenten Eon hielt sich Innogy zunächst bedeckt.

Man werde dazu "zu gegebener Zeit Stellung nehmen", teilte Vorstandschef Uwe Tigges am Montag bei der Vorlage der Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr mit. RWE und Eon hatten am Sonntag überraschend mitgeteilt, dass sie die Geschäftsfelder von Innogy unter sich aufteilen wollen.

Eon will dazu in einem ersten Schritt Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen beteiligen. Eon würde das lukrative Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden sollen. Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy würde damit aufhören zu existieren.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte Innogy und geht weiter von einem bereinigten Nettogewinn von mehr als 1,1 Milliarden Euro und einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 2,7 Milliarden Euro aus. Im Bereich erneuerbare Energien rechnet Innogy mit einem stagnierenden Ergebnis im Bereich erneuerbare Energien.

Netzgeschäft steuert Löwenanteil bei

Ungeachtet der Turbulenzen hinsichtlich der eigenen Zukunft hält Innogy an seiner Wachstumsstrategie fest: Bis 2020 will der Konzern netto 2,0 Milliarden bis 2,5 Milliarden Euro jährlich investieren. Schwerpunkt sollen die drei Kernbereiche des Unternehmens sein. Innogy will zeitgleich bis 2020 brutto 400 Millionen Euro sparen.

Für 2017 erreichte Innogy seine im Dezember gesenkte Prognose. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg leicht um 3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Dazu trug das Netzgeschäft mit rund 1,9 Milliarden Euro den Löwenanteil bei.

Das Nettoergebnis wurde mit 778 Millionen Euro nahezu halbiert - unter anderem wegen Abschreibungen auf das britische Vertriebsgeschäft. Bereinigt stieg das Nettoergebnis um 9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die Dividende bleibt mit 1,60 Euro je Aktie unverändert.

Säure-Anschlag auf Innogy-Manager in Haan FOTO: Christoph Schmidt

Innogy war zuletzt schwer gebeutelt. Nach der Gewinnwarnung und einem Kursverlust an der Börse räumte Vorstandschef Peter Terium im vergangenen Dezember seinen Posten. Seitdem führt Personalvorstand Uwe Tigges kommissarisch den Vorstand. Finanzvorstand Bernhard Günther war vor einigen Tagen Opfer einer Säureattacke geworden. Er erlitt schwere Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr.

(csr/lnw)
 
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