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Ölpreisverfall
Shell und Statoil kündigen nach Gewinneinbrüchen Einschnitte an

Shell und Statoil kündigen nach Gewinneinbrüchen Einschnitte an
Im vergangenen Jahr schrumpfte der Gewinn von Shell um 87 Prozent. FOTO: dpa, jst lre wst lof
London. Der Ölpreisverfall schlägt bei Shell und Statoil stark auf die Bilanz. Beide Konzerne kündigen aufgrund dessen weitere Kürzungen an.

Shell-Konzernchef Ben van Beurden kündigte am Donnerstag zusätzliche "wirkungsvolle Entscheidungen" an, um die Folgen des Ölpreisverfalls zu bewältigen. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Gewinn von Europas Branchenprimus um 87 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar. Das ist sein niedrigstes Ergebnis seit mindestens 13 Jahren.

Royal Dutch Shell verkaufte 2015 Geschäftsteile im Wert von 5,5 Milliarden Dollar. Die Investitionen wurden um 8,4 Milliarden auf 28,9 Milliarden Dollar zurückgefahren. In diesem Jahr dürfte es effektiv eine weitere Senkung geben. Denn die erwarteten Ausgaben von 33 Milliarden Dollar beziehen den für rund 50 Milliarden Dollar übernommenen Konkurrenten BG Group mit ein. Shell hat im abgelaufenen Jahr eine Reihe von milliardenschweren Projekten kassiert, darunter die umstrittene Ölsuche vor der Küste Alaskas.

Auch der norwegische Statoil-Konzern will seine Investitionen drosseln. Diese sollen nach Angaben des Managements in diesem Jahr nur noch 13 Milliarden Dollar betragen. Das sind 3,5 Milliarden weniger als im Oktober angekündigt und 1,7 Milliarden weniger als 2015. Der Gewinn im vierten Quartal von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro (15,2 Milliarden Kronen) lag 43 Prozent unter dem Wert vor Jahresfrist, übertraf aber die Analystenerwartungen.

Die Ölpreise sind seit Mitte 2014 um etwa 70 Prozent gefallen. Auch die US-Branchengiganten Exxon Mobil und Chevron präsentierten zuletzt die schwächsten Bilanzen seit mehr als einem Jahrzehnt, die britische BP sogar einen Rekordverlust.

Sparprogramme mit teils massiven Stellenstreichungen ziehen sich durch den gesamten Industriezweig. Nur die Dividenden bleiben größtenteils unangetastet. Als einziger der großen europäischen Ölproduzenten hat bislang der italienische Eni -Konzern die Ausschüttung an die Aktionäre gekürzt.

(das/REU)
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