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Schmiergeldaffäre: Siemens droht Pierer mit Milliardenklage

zuletzt aktualisiert: 23.09.2009 - 12:11

München (RPO). Die Siemens AG fordert wegen der Schmiergeldaffäre Schadenersatz von Ex-Vorstandschef Heinrich von Pierer und sechs anderen ehemaligen Vorstandsmitgliedern. Wenn es nicht zu einer gütlichen Einigung kommt, drohen ihnen Milliardenklagen.

Die betroffenen Ex-Vorstände hätten bis Mitte November die Gelegenheit, ihre Bereitschaft zu einem Vergleich zu erklären, teilte Siemens am Mittwoch in München mit. "Soweit Einigungen bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelingen, wird das Unternehmen Klagen erheben", hieß es. Diesen Beschluss habe der Siemens-Aufsichtsrat gefasst.

Die Frist gilt demnach für die Ex-Vorstandschefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld sowie die früheren Vorstände Johannes Feldmayer, Thomas Ganswindt, Heinz-Joachim Neubürger, Jürgen Radomski und Uriel Sharef. Der Konzern wirft den Betroffenen eine Verletzung ihrer Organisations- und Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit Korruptionsvorfällen in den Jahren 2003 bis 2006 vor.

Zugleich billigte der Aufsichtsrat einen Vergleich mit den früheren Vorständen Klaus Wucherer, Rudi Lamprecht und Edward Krubasik. Sie erklärten sich bereit, jeweils 500.000 Euro an das Unternehmen zu zahlen. Die frühere Unternehmensspitze hatte sich auch über eine Managerhaftpflicht abgesichert.

Hier einigte sich Siemens mit einem Versicherungskonsortium auf einen Kompromiss, dem der Aufsichtsrat nun zustimmte. Elf Versicherer zahlen aus einer Managerhaftpflicht-Versicherung rund 100 Millionen Euro an den Münchner Technologiekonzern. Damit soll ein Teil der aus der Schmiergeldaffäre entstandenen Kosten gedeckt werden. Die Affäre hat Siemens inklusive Beraterkosten zur internen Aufklärung und einer Kartellstrafe mindestens 2,5 Milliarden Euro gekostet.

Hauptversammlung muss zustimmen

Die Hauptversammlung muss noch allen Vergleichsvereinbarungen zustimmen. Weil der Zeitrahmen für die Vorbereitungen zur Siemens-Hauptversammlung am 26. Januar 2010 eingehalten werden müsse, habe man den Ex-Vorständen eine Frist für den Vergleich gesetzt, teilte der Konzern mit. Die Siemens-Affäre war im November 2006 mit einer Großrazzia ins Rollen gekommen. Staatsanwälte und interne Ermittler deckten dubiose Zahlungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro auf.

Quelle: DDP/jt

 
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