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Panorama Siemens
  Foto: ddp, ddp
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Weltweit fallen 4200 Arbeitsplätze weg: Siemens streicht 2000 Stellen in Deutschland

zuletzt aktualisiert: 18.03.2010 - 18:57

München (RPO). Siemens streicht erneut mehrere Tausend Stellen: Der Technologiekonzern will bis 2011 in seiner IT-Sparte 4200 Jobs abbauen. In Deutschland seien 2000 Arbeitsplätze betroffen, erklärte der Technologiekonzern am Donnerstag in München. Die IG-Metall und der Siemens Gesamtbetriebsrat kritisierten den geplanten Stellenabbau.

Dies werde vor allem große Standorte wie München, Paderborn und den Großraum Nürnberg/Erlangen treffen. Zudem soll die Sparte SIS umstrukturiert und noch im laufenden Jahr als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden.

Personalvorstand Siegfried Russwurm begründete den Abbau mit Anpassungen an das Geschäftsvolumen, das in den vergangenen zwei Jahren um 13 Prozent zurückgegangen sei. Die IT-Sparte hat derzeit noch 35.000 Mitarbeiter, 9700 davon in Deutschland. 2009 machte sie 90 Millionen Euro Gewinn, das Ergebnis sinkt nach Konzernangaben seit drei Jahren. Erst Ende Januar hat Siemens den Abbau von 2000 Arbeitsplätzen im Industriegeschäft angekündigt.

Info
Siemens hat in den vergangenen Jahren massiv Jobs gestrichen. Allein 2008 kündigte der Konzern den Abbau von 17.000 Stellen an. 2006 beschäftigte Siemens 475.000 Mitarbeiter, zuletzt waren es nur noch 405.000. Ein großer Teil dieser Veränderung geht allerdings auch auf Verkäufe wie den der Siemens-Autosparte VDO im Jahr 2007 zurück.

Betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen

Im Zuge der Umstrukturierung will Siemens die Zahl der Geschäftseinheiten bei SIS von jetzt sieben auf dann nur noch zwei - IT-Outsourcing und IT-Lösungen - reduzieren. Randaktivitäten sollen abgeben werden. Damit solle die IT-Sparte fit für die Zukunft gemacht werden, erklärte der Konzern. Bis 2012 würden 500 Millionen Euro bei SIS investiert.

Russwurm kündigte an, den Jobabbau verantwortungsvoll umzusetzen. Siemens wolle alle Möglichkeiten für freiwillige Maßnahmen wie beispielsweise Aufhebungsverträge nutzen. Zudem sollten befristete Arbeitsverträge auslaufen. Der Konzern kündigte an, unverzüglich Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern aufzunehmen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Russwurm nicht aus, betonte aber, sie seien nur das allerletzte Mittel. Wie aus Branchenkreisen zu hören war, soll der Stellenabbau einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten.

Arbeitnehmervertreter kritisieren Jobabbau

Die IG-Metall und der Siemens Gesamtbetriebsrat kritisierten den geplanten Stellenabbau. "Die SIS-Beschäftigten leisten seit über drei Jahren ihren Beitrag zur Kosteneffizienz. Trotzdem hat es weder grundlegende Veränderungen im Management noch ein tragfähiges Konzept gegeben", erklärte Dieter Scheitor, der Unternehmensbeauftragte der IG-Metall für Siemens. "Den Versuch, diese Versäumnisse mit einer neuen Sparrunde zu kompensieren, lehnen wir ab."

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Lothar Adler, kritisierte, dass die Zukunft von rund 2000 Beschäftigten der IT-Sparte in Deutschland, die nicht in die künftige SIS wechselten, ungeklärt sei. Das sei nicht hinnehmbar. "Diese Arbeitsplätze einfach abzuwickeln, wird der Verantwortung von Siemens für überwiegend langjährige Mitarbeiter in keiner Weise gerecht."

SIS ist laut Siemens in vier Bereichen tätig. Die Sparte berät Kunden und setzt entsprechende Maßnahmen um, sie betreibt IT-Strukturen und baut für Siemens-Kunden maßgeschneiderte Lösungen. Auch Siemens selbst ist ein wichtiger Kunde seiner Tochter. 42 Prozent der IT-Ausgaben des Konzerns von insgesamt 2,7 Milliarden Euro flossen 2009 an SIS.

Quelle: AP/top

 
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