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Stellenabbau
Siemens streicht in Deutschland 2000 Jobs

Siemens streicht in Deutschland 2000 Jobs
Siemens kündigte allerdings zeitgleich für die kommenden Jahre einen Stellenaufbau an. FOTO: dpa
München. Siemens streicht in Deutschland 2000 Stellen. Betroffen ist die unter dem Verfall der Rohstoffpreise leidende Sparte Prozessindustrie und Antriebe und in dieser besonders die Standorte in Bayern, wie der Konzern am Mittwoch in München mitteilte.

Die Standorte sollten allerdings trotz der Kürzungen erhalten bleiben, der Stellenabbau solle sozialverträglich umgesetzt werden, kündigte Siemens an.

Auch in anderen Ländern sollen in der Division Jobs gestrichen werden, so dass insgesamt sogar 2500 Stellen wegfallen. Der erst seit dem vergangenen Jahr verantwortliche Divisions-Leiter Jürgen Brandes begründete den Jobabbau mit dem Wachstumseinbruch auf den Rohstoffmärkten, der zu einer erheblichen Verschärfung des Wettbewerbs besonders aus dem asiatischen Raum geführt habe. Alleine die Hälfte der in Deutschland wegfallenden Jobs sei von der Bündelung bestimmter Produktlinien betroffen.

Siemens reagiere "reflexartig und ideenlos"

Der Bereich beliefert etwa Bergbaukonzerne und Unternehmen, die Öl oder Gas fördern und mit dem Verfall der Rohstoffpreise kämpfen. Der Hauptsitz der Sparte ist in Nürnberg. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll dort auch der Schwerpunkt der Stellenstreichungen liegen, es gehe um bis zu 700 Jobs.

Nach Angaben der IG Metall Bayern sollen an bayerischen Standorten mehr als 1800 Stellen gestrichen werden. Betroffen seien Ruhstorf, Bad Neustadt und Nürnberg mit jeweils mehreren hundert Arbeitsplätzen, außerdem Erlangen und Berlin sowie Österreich.

Jürgen Wechsler, Leiter des IG Metall-Bezirks Bayern, kritisierte, die von Konzernchef Joe Kaeser "seit seinem Amtsantritt immer wieder versprochene und beschworene Ruhe im Unternehmen bleibt weiter aus". Mit den Stellenstreichungen reagiere Siemens "reflexartig und ideenlos" auf Marktveränderungen.

Siemens kündigte allerdings zeitgleich für die kommenden Jahre einen Stellenaufbau an. Da der von Konzernchef Kaeser eingeleitete Konzernumbau nun abgeschlossen sei, treibe das Unternehmen den Wandel zum digitalen Industrieunternehmen voran. In den kommenden Jahren führe dies zu weltweit jährlich mindestens 25.000 Neueinstellungen, davon rund 3000 in Deutschland.

(gol/AFP)
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