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Ex-AUB-Chef Schelsky: Siemens-Vorstand schwer belastet

zuletzt aktualisiert: 30.05.2007 - 09:55

Hamburg (RPO). Im Siemens-Skandal hat der ehemalige Chef der arbeitgeberfreundlichen Betriebsrats-Organisation AUB eingeräumt, im Auftrag des Konzerns gehandelt zu haben. Er sei als Lobbyist für Siemens tätig gewesen, sagte Schelsky in einem Interview. Auch der beschuldigte Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer äußerte sich zu den Vorgängen. 

"Ich war verdeckt als Lobbyist für Siemens tätig. Es gab einen klaren Auftrag aus der Konzernspitze. Der Plan kam aus dem Zentralvorstand", sagte Schelsky dem Magazin "Stern" einem Vorabbericht zufolge.

"Ich sollte mit dem Geld eine Dachorganisation aufbauen. Und das habe ich getan", erläuterte Schelsky den Zweck der Millionen-Honorare, die er über Jahre von Siemens erhielt. Über Berater-Firmen hat der heute 58-Jährige allein seit 2001 angeblich rund 45 Millionen Euro von Siemens kassiert. Ihm wird Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue vorgeworfen.

Juristisch könnte es dem Blatt zufolge darauf ankommen, ob Schelsky das Geld nur nach Siemens-Anweisung an die AUB weitergereicht hat oder darüber weitgehend frei verfügen konnte.

"Ich war von Siemens vollständig unabhängig in der Ausgestaltung meiner Auftragserfüllung. Es gab weder Vorschriften über die Inhalte meiner Tätigkeit noch eine Aufforderung, Bericht zu erstatten. Man hat mir vertraut", sagte er dazu. Konkrete Entscheidungen von Betriebsräten seien allerdings nicht erkauft worden.

Wie das Magazin weiter berichtet, bestätigte auch Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer, der ebenfalls zum Kreis der Beschuldigten zählt, gegenüber der Staatsanwaltschaft Nürnberg, dass der eigentliche Zweck der Honorare die Finanzierung von Schelsky gewesen sei, damit dieser sich um die Stärkung der AUB kümmere.

Feldmayer, der den umstrittenen Berater-Vertrag aus dem Jahr 2001 unterschrieben hat, habe "die Sache historisch übernommen", sagte dessen Anwalt Martin Reymann-Brauer dem "Stern". Die Überweisungen an Schelsky reichten bis Anfang der 90er Jahre zurück. Schelsky habe die AUB im großen Stil subventioniert.

Über seine Firma soll er jahrelang AUB-Mitarbeitergehälter gezahlt haben. Zudem wurden Hotelkosten und Referenten-Honorare, die bei Betriebsräte-Schulungen der AUB anfielen, nach Informationen des Magazins oftmals direkt Schelsky in Rechnung gestellt.

Quelle: afp

 
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