Anpassung an Lebenserhaltungskosten: Sinn fordert höheren Hartz-IV-Satz in Großstädten
zuletzt aktualisiert: 30.01.2010 - 16:27Frankfurt/Main (RPO). Der Wirtschaftswissenschaftler und Chef des Münchner ifo-Instituts Hans-Werner Sinn hat sich für höhere Hartz-IV-Sätze in Ballungsgebieten ausgesprochen. Seiner Ansicht nach ist es nicht sinnvoll, dass das Arbeitslosengeld II überall in Deutschland gleich hoch sei.
"Wir brauchen unterschiedliche Sätze für München oder Frankfurt an der Oder", fordert der Wirtschaftsprofessor daher in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sie sollten in den Großstädten bis zu sechs Prozent höher liegen als in den strukturschwachen Gegenden." Schließlich seien die Lebenshaltungskosten völlig unterschiedlich. Je niedriger die Lebenshaltungskosten am Wohnort des Arbeitslosen, desto geringer sei auch sein Anreiz, Hartz IV zu verlassen.
Sinn wandte sich aber zugleich gegen eine Anhebung der Regelsätze für Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Das würde es wegen des Transferentzugs für die Eltern unattraktiv machen, eine Arbeit anzunehmen, sagte er. Auch wisse man gar nicht, "ob das Geld überhaupt bei den Kindern ankommt".
Der ifo-Chef unterstützte auch die Forderung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), Hartz-IV-Empfänger stärker bei kommunalen Arbeiten einzuspannen.
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