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Liechtenstein: Skandal um Schwarzgeldkonten weitet sich aus

zuletzt aktualisiert: 02.08.2008 - 08:19

Frankfurt/Main (RPO). Der Steuerskandal um Schwarzgeldkonten in Liechtenstein weitet sich einem Pressebericht zufolge aus: Seit Freitag liegen dem Landgericht Rostock Belege für rund 1850 bisher unbekannte Konten deutscher Steuersünder vor.

Nach der Affäre um Ex-Postchef Klaus Zumwinkel, der wie viele andere reiche Deutsche Schwarzgeld bei der Treuhandgesellschaft der LGT-Bank deponiert hatte, ist es der zweite bundesweite Skandal um Liechtensteiner Geheimkonten. Diesmal müssen Kunden der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) zittern. Auch hier hatte ein Angestellter heimlich brisante interne Belege kopiert.

Vor dem Rostocker Landgericht müssen sich April vier Angeklagte wegen millionenschwerer Erpressung der LLB verantworten. Sie sollen sich laut Anklage mehr als 2.300 von einem LLB-Mitarbeiter gestohlene Kontenbelege verschafft haben, um damit Kunden sowie die Bank zu erpressen.

Im Juli 2005 sollen sie 13 Millionen Euro in drei Raten von der LLB gefordert haben. Um einen Imageschaden zu verhindern, zahlte die Bank laut Staatsanwaltschaft für die ersten Daten umgerechnet rund neun Millionen Euro in zwei Raten.

Am Freitag legten die Anwältinnen des Angeklagten Michael F. dem Zeitungsbericht zufolge dem Gericht eine Tüte mit einem Stapel kopierter Kontobelege vor. Dies könnte sich strafmildernd für den Mandanten auswirken, sagte der Sprecher des Landgerichts der "Frankfurter Rundschau".

In den nächsten Wochen sollen die Daten geprüft und später den Steuerbehörden übergeben werden. Es handele sich um LLB-Belege für rund 1.850 Konten von Deutschen, bestätigte die Verteidigerin Leonore Gottschalck-Solger der Zeitung. "

Auf den Konten befinden sich überwiegend Millionenbeträge", sagte sie. Ihr Mandant, der mehrfach vorbestrafte Hauptverdächtige Michael F. aus Rostock, wurde im September vergangenen Jahres mit 452.000 Euro im Gepäck vor seinem Abflug nach Thailand verhaftet.

Quelle: afp

 
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