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Photovoltaikkonzern
Solarworld droht Prozessniederlage in den USA

Solarworld droht Prozessniederlage in den USA
Solarworld könne vor Gericht scheitern FOTO: dpa, woi vfd wst
Bonn/Michigan. Dem Photovoltaikkonzern Solarworld aus Bonn droht eine kostspielige Niederlage bei einem Schadenersatzprozess in den USA.

Wie das Unternehmen am Donnerstag in einer Adhoc-Information für die Aktionäre mitteilte, hat das zuständige US-Gericht in Michigan entschieden, den laufenden Prozess  gegen den ehemaligen Siliziumlieferanten Hemlock ohne Juryanhörung zu entscheiden. Zugleich forderte das Gericht den Kläger Hemlock auf, seinen Schaden und seine Anwaltskosten aktuell zu beziffern. Dies wird als deutlicher Hinweis für eine Prozessniederlage von Solarworld gewertet. Einen Termin für die Urteilsverkündung gibt es noch nicht.

Das US-Unternehmen pocht auf die Einhaltung langfristiger Lieferverträge, die Solarworld und Hemlock 2005 geschlossen hatten, und hat Solarworld deshalb 2013 auf Schadenersatz von umgerechnet knapp 700 Millionen Euro verklagt. Solarworld hatte die Abnahme von Hemlock-Silizium in der weltweiten Solarkrise gestoppt, nachdem der Siliziumpreis dramatisch abgestürzt war. Solarworld kündigte in der Adhoc-Meldung an, für den Fall einer Niederlage in den USA in die Berufung zu gehen. Außerdem seien mögliche Ansprüche von Hemlock gegen Solarworld in Deutschland voraussichtlich nicht vollstreckbar, erklärte das Bonner Unternehmen. Solarworld beschäftigt weltweit rund 3800 Menschen.

(crwo/dpa)
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