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Niedersachsen hat keine konkreten Plaene fuer Continental-Hilfen
  Foto: ddp, ddp
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Schaeffler ringt um Staatshilfe: Soll der Steuerzahler Continental retten?

zuletzt aktualisiert: 26.01.2009 - 21:18

Düsseldorf (RP). Bei der Übernahme von Continental hat Maria-Elisabeth Schaeffler Milliarden verbrannt ­– heute ist Conti weniger als die Hälfte wert. Jetzt wackelt die Finanzierung. Soll der Steuerzahler auch Industriekonzernen helfen?

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An Milliardenhilfen für Banken hat der Steuerzahler sich ja schon gewöhnt. Mit den Autozulieferern Schaeffler (Herzogenaurach) und Continental (Hannover) sollen jetzt aber laut Medienberichten auch zwei Industriekonzerne je eine halbe Staatsmilliarde bekommen. Damit erreicht die Wirtschaftskrise eine neue Dimension. Und auch in der deutschen Industriepolitik würde ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Conti, Schaeffler und Politik widersprechen sich

Allerdings widersprachen die Angaben von Conti, Schaeffler und der Politik sich gestern. Während Conti am späten Nachmittag erklärte, man sei keineswegs auf Staatshilfe angewiesen ­der Aktienkurs des MDax-Unternehmens war zuvor wegen gegenteiliger Gerüchte um 20 Prozent eingebrochen ­– wollen die Ministerpräsidenten der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen sich am kommenden Donnerstag sehr wohl in Berlin treffen, um über mögliche Hilfen für Schaeffler und für Conti zu beraten.

Die Schaeffler-Gruppe wollte sich zu dem Thema überhaupt nicht äußern. Das Zuliefer-Imperium der Milliardärs-Erbin Maria-Elisabeth Schaeffler hatte den Wettbewerber Continental im August 2008 geschluckt. Für rund 75 Euro je Aktie ­ gestern schloss der Conti-Kurs mit gut 14 Euro. Damit hatte zum ersten Mal in der deutschen Wirtschaftsgeschichte ein Familienunternehmen (Schaeffler) einen börsennotierten Konzern (Continental) feindlich übernommen.

"Egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos"

Die Stimmung ist seither vergiftet. Der inzwischen zurückgetretene Conti-Chef Werner Wennemer hatte die heutige Conti-Hauptaktionärin Maria-Elisabeth Schaeffler öffentlich als „egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos bezeichnet”, während sich die Milliardärin mit ihrem heimlichen Angriff auf Conti über den Umweg von Mittelsmännern den Spitznamen „listige Witwe” eingehandelt hatte.

Eine Investorenvereinbarung, die Conti auf Jahre Selbstständigkeit versprach, sollte den Burgfrieden sichern. Aber dann kam die Wirtschaftskrise, die den Zulieferern jetzt offenbar keinen Raum mehr für ihre Samthandschuh-Vereinbarung lässt: Die Autokrise hat den Absatz der Branche um bis zu 30 Prozent einbrechen lassen. Dem Vernehmen nach haben Conti und Schaeffler jetzt Schwierigkeiten, ihre Banken zu bezahlen. Schaeffler knappst an einem elf Milliarden Euro hohen Schuldenberg ­– so viel hat die feindliche Übernahme von Conti im August gekostet.

Zukäufe auf Pump

Der Schuldenberg von Conti ist ähnlich hoch –­ der Reifen- und Zulieferspezialist hatte ein Jahr vor seinem eigenen Aufkauf die Auto-Zuliefersparte von Siemens (VDO) übernommen. Also hat die Schieflage der beiden Konzerne im Kern die gleiche Ursache: Zukäufe auf Pump in Zeiten der Hochkonjunktur, deren Finanzierung mit der plötzlich hereingebrochenen Krise ins Wanken geriet. Jetzt müssen die Synergie-Effekte schneller als geplant gehoben werden.

Wie Conti unserer Redaktion bestätigte, hat der Aufsichtsrat ein Konzept für eine gemeinsame Autosparte mit Schaeffler in Auftrag gegeben. Grob vereinfacht sollen die Schaeffler-Zuliefer-Aktivitäten (66.000 Mitarbeiter) mit VDO (85.000 Mitarbeiter) in Süddeutschland zusammengelegt werden. Das alte Kerngeschäft von Conti, also das Reifen- und das Gummigeschäft (55.000 Mitarbeiter), soll aus dem Gemeinschaftsunternehmen herausgelöst und verkauft werden.


 
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