Protest gegen Werksschließung in Frankreich: Sony-Mitarbeiter nahmen Manager zeitweise als Geisel
zuletzt aktualisiert: 13.03.2009 - 12:23Pontonx-sur-l'Adour (RPO). Eskalation beim Protest gegen die Schließung eines Sony-Werks in Frankreich: Wütende Arbeiter haben in einer Fabrik bei Bordeaux den Frankreich-Chef des Konzerns zeitweise als Geisel genommen. Am Freitagvormittag ließen die Arbeiter den Manager schließlich frei.
Aus Protest gegen aus ihrer Sicht zu niedrige Abfindungen hielten die Sony-Mitarbeiter Serge Foucher und den Personalchef seit Donnerstagabend am Standort in Pontox-sur-l'Adour fest. Am Freitag erklärten sich die Arbeiter zu Verhandlungen mit der Geschäftsführung bereit. Noch am Freitag war ein Treffen zur Schlichtung des Streits mit dem örtlichen Präfekten und Gewerkschaften geplant.
Das Werk wird Mitte April geschlossen. Die 311 Mitarbeiter, die entlassen werden sollen, halten die angebotenen Abfindungen für zu gering. Die Zufahrtsstraßen zur Fabrik waren am Freitagmorgen weiter mit Baumstämmen und Fässern blockiert. "Wir wollen mit Würde behandelt werden", sagte Patrick Achaguer von der Gewerkschaft CGT. Neben höheren Abfindungen fordern die Arbeiter Fortbildungen sowie Hilfe bei der Suche neuer Jobs.
Erst am Vortag hatten Angestellte des deutschen Reifenherstellers Conti in Clairoix Reifen angezündet und Manager mit Eiern beworfen. Ihr Protest richtet sich gegen den am Mittwoch angekündigten Plan, die Fabrik mit 1.120 Mitarbeitern im März kommenden Jahres dichtzumachen.
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