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Europa nicht betroffen: Sony will zehntausend Stellen streichen

zuletzt aktualisiert: 22.09.2005 - 15:36

Tokio (rpo). Sony will in den nächsten drei Jahren zehntausend Stellen streichen. Um die Kosten zu senken, werde das Unternehmen elf seiner 65 Fabriken schließen oder verkaufen, kündigte der neue Sony-Chef Howard Stringer am Donnerstag in Tokio an. Der Konzern will sich auf die drei Kernbereiche Elektronik, Videospiele und Unterhaltung konzentrieren. Europa ist von den Stellenstreichungen offenbar zunächst nicht betroffen.

Mit dem Sanierungsplan reagiert Sony auf einen herben Umsatzeinbruch in seiner traditionsreichen Verbraucherelektronik-Sparte. Der Erfinder des Transistorradios und des Walkman galt hier lange als Vorreiter, ist aber vor allem in der Herstellung von Fernsehern gegenüber Rivalen wie Sharp und Matsushita ins Hintertreffen geraten. Sony will sich in Zukunft auch auf die im Trend liegenden LCD- oder Plasma-Fernseher mit Flachbildschirm konzentrieren und sich langsam von den herkömmlichen Röhren-Fernsehern verabschieden.

"Sony ist für unsere Kunden nicht länger die einzige Alternative", räumte Unternehmenschef Stringer ein. "Wir sehen uns wirklichem Wettbewerb gegenüber." Der aus Wales stammende Manager kündigte den Verkauf, die Schließung oder die Kooperation mit Partnern in 15 nicht mehr zu den Kernbereichen zählenden Unternehmensteilen sowie den Wegfall eines Fünftels der bisherigen Produktlinie an, nannte aber keine konkreten Produkte oder Standorte. Von dem Arbeitsplatzabbau sind sieben Prozent der bisher 150.000 Mitarbeiter betroffen. Stellenkürzungen in Europa seien bisher aber noch nicht beschlossen worden, hieß es bei Sony Frankreich.

Nettoverlust von zehn Milliarden Yen

Der Konzern hatte bereits vor zwei Jahren ein Sanierungsprogramm aufgelegt, das insgesamt 20.000 Mitarbeiter den Job kostete. Sony rechnet für das bis März 2006 laufende Geschäftsjahr mit einem Netto-Verlust von zehn Milliarden Yen (73,6 Millionen Euro). Von den nun vorgestellten Einsparungen erhofft sich das Unternehmen Erlöse in Höhe von 120 Milliarden Yen, gleichzeitig wird es für die Neuausrichtung bis März 2008 aber 200 Milliarden Yen ausgeben.

Anders als von einigen Experten empfohlen will Sony seine Unterhaltungssparte weiter ausbauen. Im Musikgeschäft kooperieren die Japaner mit Bertelsmann (Sony BMG); im Filmgeschäft ist der Elektronikriese unter anderem mit den Hollywood-Studios Columbia und MGM vertreten. Große Hoffnung setzt Sony auf die dritte Generation seiner Spielekonsole Playstation, die im nächsten Jahr starten soll. Anfang September hatte die mobile Spielekonsole PSP in Europa einen guten Verkaufsstart hingelegt.

Für Sony-Chef Stringer stellt das Sanierungsprogramm die erste große Bewährungsprobe dar. Der frühere Journalist wurde im März zum Chef des Unternehmens berufen. Zuvor leitete er die US-Sparte von Sony. Der frühere Journalist ist nach Carlos Ghosn, dem französischen Nissan-Chef, der zweite Ausländer an der Spitze eines japanischen Großunternehmens.

Quelle: afp

 
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