Berichte über Verkauf von Kupferkabeln: Spar-Gerüchte um die Telekom
zuletzt aktualisiert: 10.10.2009 - 17:34Düsseldorf (RPO). Um eine weitere Gewinnwarnung im laufenden Geschäftsjahr zu vermeiden, verschärft die Deutsche Telekom angeblich ihren Sparkurs. Netztechniker seien sogar aufgefordert worden, nach stillgelegten Kupferkabeln zu suchen, da sich der Kupferpreis seit Jahresbeginn verdoppelt habe, heißt es in einem Medienbericht. Der Konzern spricht von Verwechslungen.
Die in Düsseldorf erscheinende "WirtschaftsWoche" berichtete am Samstag vorab ohne Angabe von Quellen, in den vergangenen Wochen hätten die Telekom-Vorstände ihre Mitarbeiter aufgerufen, die bislang vereinbarten Sparziele zu übertreffen und dabei auch unkonventionelle Wege zu gehen.
So seien die Netztechniker des Bonner Unternehmens aufgefordert worden, nach stillgelegten Kupferkabeln zu suchen. Da der Kupferpreis sich seit Jahresbeginn auf über 6000 Dollar pro Tonne verdoppelt habe, lohne sich das Recycling.
Die Deutsche Telekom ließ daraufhin mitteilen, sie führe nicht mehr benötigte Kupferleitungen schon seit Jahrzehnten nicht mehr in den Rohstoffkreislauf zurück. Zudem habe der Kupferpreis 2008 in der Spitze wesentlich höher gelegen als 2009.
Die Wirtschaftswoche berichtet noch von weiteren Anzeichen für einen rigiden Sparkurs. So trete die Festnetzsparte T-Home, die bisher sehr aggressiv DSL-Kunden umworben habe, im Vertrieb auf die Bremse, um Provisionen zu sparen - obwohl sie im ersten Halbjahr den Marktanteil bei Neukunden auf rund 55 Prozent gesteigert habe. Für das Gesamtjahr erwarte das Unternehmen einen Anteil von 45 Prozent.
Bei der Telekom hieß es dazu, das Jahresziel bei den DSL-Neukunden liege bei mehr als 45 Prozent. Das wolle man weiter schaffen. "Von Einschränkungen unserer Bemühungen kann keine Rede sein", teilte ein Sprecher mit. Das dem erfolgreichen zweiten Quartal mit 59 Prozent ein schwächeres folgen dürfte, haben man bei der Halbjahres-PK im August gesagt - und das Jahresziel von über 45 Prozent bekräftigt.
Alle Mitarbeiter seien außerdem aufgefordert, Überstunden und Urlaubstage ohne Ausnahme bis zum 31. Dezember abzubauen, um Rückstellungen in der Bilanz zu vermeiden. Zudem wolle Obermann noch vor Jahresende weitere Sparprogramme vorstellen. Unter anderem solle die Fusion von T-Mobile mit T-Home, die die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 19. November absegnen sollen, "Effizienzsteigerungen" bringen.
Die Telekom hält dem entgegen, wie sich denn eine Entscheidung vom November auf 2009 auswirken können soll. Der Sprecher verwies beim Thema "Effizienz" auf das bestehende so genannte Save for Service-Programm. Das sei ein Beitrag für kontinuierliches Sparen im gesamten Konzern, um Spielräume für gezielte Investitionen in Kundenservice, Preise, Innovationen und neue Märkte zu schaffen. Mit einer Fusion habe das jedoch nichts zu tun.
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