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Streit um Geldautomaten: Sparkassen wollen Gebühren veröffentlichen

zuletzt aktualisiert: 19.08.2010 - 19:33

Berlin (RPO). Kunden anderer Banken sollen zukünftig sehen, was sie eine Abhebung am Geldautomat der Sparkasse kostet und wie viel ihrer Hausbank berechnet wird. Das teilte der Sparkassenverband (DSGV) am Donnerstag in Berlin mit. Außerdem forderte die Sparkasse eine Vereinfachung des Systems auf eine einzige Kundengebühr.

Wer an Bargeldautomaten fremder Institute Geld abhebt, zahlt im Schnitt über fünf Euro Gebühr.  Foto: RPO
Wer an Bargeldautomaten fremder Institute Geld abhebt, zahlt im Schnitt über fünf Euro Gebühr. Foto: RPO

Seit Monaten verhandeln Sparkassen- und Bankenverbände darüber, wie das System der Gebühren für Abhebungen an den Geldautomaten fremder Banken überarbeitet werden kann. Das Bundeskartellamt hatte diese Gebühren geprüft, eine Überabreitung gefordert und erste Vorschläge der Bankenverbände vom April abgelehnt. Bis Ende August haben die Verbände noch Zeit, dem Kartellamt neue Vorschläge vorzulegen, sonst droht nach Medienberichten eine gesetzliche Regelung durch die Bundesregierung.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat jetzt ein Positionspapier veröffentlicht, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen. Da in den Sparkassen über 25.000 Automaten für alle Bankkunden zur Verfügung stehen, aber kaum jemand weiß, was eine Abhebung wirklich kostet, setzen die Sparkassen jetzt auf Transparenz.

Forderungen der Banken untereinander veröffentlichen

Neben den Gebühren, die ein Kunde seiner Hausbank erstatten muss, kassieren die Banken nämlich noch untereinander ab: Das sogenannte Interbankenentgeld. Wenn beispielsweise ein Kunde der Sparkasse an einem Automaten einer anderen Bank Geld abhebt, dann zieht die Sparkasse vom Kunden eine Gebühr von durchschnittlich 4,73 Euro ein. Im Schnitt berechnen alle Banken laut einer Studie 5,64 Euro. Die fremde Bank kassiert allerdings von der Sparkasse im Schnitt 7,50 Euro, in Spitzen bis zu 10 Euro. Die Differenz zahlt die Sparkasse drauf.

Es geht aber auch andersrum. Der Kunde zahlt an seine Hausbank eine horrende Gebühr für Bargeldziehungen an fremden Automaten, obwohl die Bank selbst dafür eine geringere Gebühr an die Bank bezahlt, die den Automaten betreibt. Zum Teil müssen Bankkunden an ihre Hausbank zehn Euro bezahlen.

Die Sparkassen planen jetzt auch den Fremdkunden vor der Abhebung darüber zu informieren, wie viel die Sparkasse seiner Hausbank in Rechnung stellt. Das soll Transparenz schaffen und den Wettbewerb anregen. Die von einigen Privatbanken angedachte Vereinheitlichung von zwei Euro pro Transaktion lehnt die Sparkasse ab.

Quelle: apd/csi

 
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