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Käufer für ProSieben gesucht: Springer kämpft weiter

zuletzt aktualisiert: 14.01.2006 - 16:09

München (rpo). Nein, man können die Meldung des "Focus" nicht bestätigen. Von Aufgeben können keine Rede sein. Das sagte am Samstagnachmittag eine Sprecherin des Verlags Axel Springer, nachdem es in besagter Meldung geheißen hatte, man habe das Tauziehen um die Übernahme von ProSiebenSat.1 aufgegeben. Offenbar wird weiter daran gearbeitet, einen Käufer für den Sender ProSieben zu finden.

Der Verlag werde dazu "in Kürze" Gespräche mit allen an der Transaktion Beteiligten aufnehmen, sagte Springer-Sprecherin Edda Fels am Samstag auf ddp-Anfrage in Berlin. Derzeit werde geprüft, was rechtlich und wirtschaftlich machbar und vertretbar sei. "Wir halten so lange an den TV-Plänen fest, wie wir glauben sie realisieren zu können", sagte Fels.

Die Sprecherin dementierte damit eine Meldung des "Focus", wonach Vorstandschef Mathias Döpfner Vertrauten gegenüber geäußert haben soll, ein Konsortium um ProSiebenSat.1-Eigner Haim Saban solle die Sendergruppe vorerst weiter führen.

Auch die Behauptung, Springer müsse beim Scheitern des Deals ein Exklusivitätsentgelt von rund 50 Millionen Euro an Saban zahlen, wies die Sprecherin zurück. Allerdings würden Zinszahlungen fällig, verzögere sich der Deal, räumte sie ein.

"Keine Angaben"

Über womöglich bereits laufende Gespräche mit potenziellen Investoren machte Fels keine Angaben. Laut "Frankfurter Rundschau" sprach Döpfner bereits mit dem Chef des französischen Privatsenders TF1, Patrick Le Lay. Ihm zufolge gibt es großes Interesse bei internationalen Medienunternehmen an ProSieben. "Alle belauern sich", zitiert ihn das Blatt. Zugleich bestätigte er den Eindruck, dass "Springer stark unter Zeitdruck steht".

Unterdessen fordert die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) mehr Befugnisse. Die Möglichkeit einer Revision von KEK-Entscheidungen durch eine Dreiviertel-Mehrheit der Landesmedienanstalten sei "eigentlich überflüssig", sagte KEK-Vorsitzender Dieter Dörr der "Süddeutschen Zeitung".

Zudem müsse die KEK direkt bei Sendern ermitteln können und nicht den Umweg über die Landesmedienanstalten gehen müssen, um Auskünfte zu erhalten. "Die Sender sollten ihre Anträge einfach direkt an uns schicken", sagte Dörr.

Zugleich wies er die Kritik der Landesmedienanstalten am Nein der KEK zur Fusion von Springer mit ProSiebenSat.1 zurück. Die KEK sei ein unabhängiges Organ der Medienanstalten. "Es kann nicht sein, dass wir da Ratschläge und sehr deutlich formulierte Vorschläge von anderen Organteilen - also Präsidenten oder Direktoren der Anstalten erhalten", sagte Dörr. Ein solches Vorgehen verletze Verfahrensgarantien. Er betonte, im Rundfunkstaatsvertrag, der die Grundlagen für die Arbeit der KEK regelt, gehe es nicht um Standortinteressen.

Die KEK hatte Mitte der Woche die Fusion zwischen den Medienkonzernen unter Gesichtspunkten der Medien- und Meinungsvielfalt untersagt. Das Bundeskartellamt muss bis 20. Januar über den Zusammenschluss entscheiden. Um die Zustimmung zu erteilen, verlangen die Kartellwächter, dass Springer ProSieben noch vor der eigentlichen Übernahme der TV-Gruppe weiterverkauft.

Quelle: afp

 
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