Übernahme-Poker: Springer sondiert Chancen auf Ministererlaubnis
zuletzt aktualisiert: 17.01.2006 - 07:56München (rpo). Im Poker um die Übernahme der Sendergruppe ProSiebenSat.1 durch den Axel-Springer-Verlag prüft der Verlag nun offenbar die Chancen für eine Ministererlaubnis. Einem Zeitungsbericht zufolge sprach Springer-Chef Mathias Döpfner bereits mit mehreren Politikern.
Döpfner hofft auf eine Sondererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), da sich die Verhandlungen mit dem Bundeskartellamt schwierig gestalten.
Döpfner habe offenbar damit gerechnet, dass seine Verhandlungen mit der Wettbewerbsbehörde über die Erlaubnis der Übernahme scheitern und habe daher vorsorglich die Chancen für eine Ministererlaubnis sondiert, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der Zeitung zufolge sprach Döpfner mit Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und dem Vernehmen nach auch mit dem rheinland-pfälzischen Regierungschef Kurt Beck (SPD), der in seiner Partei die Medienpolitik koordiniert.
Stoiber habe Döpfner zugesagt, einen Antrag auf Ministererlaubnis zu unterstützen, schreibt die Zeitung. Aus der SPD verlautete, die Parteispitze sei skeptisch. Aus dem Verlag sei zu hören gewesen, Döpfner betrachte einen Antrag beim Wirtschaftsminister bislang "eher kritisch".
Der Verlag hatte am Montag bekannt gegeben, dass er sein Angebot an das Kartellamt zum Verkauf von ProSieben wegen Uneinigkeiten über den Verkaufszeitpunkt zurückgezogen habe. Springer hatte eine Veräußerung nach der Fusion angeboten. Das Bundeskartellamt hatte einen vorherigen Verkauf zur Auflage für seine Zustimmung gemacht. Das Verlagshaus erwartet "nunmehr eine Untersagungsverfügung des Kartellamts" und wird nach eigenen Angaben die ihm zur Verfügung stehenden Rechtsmittel und Optionen prüfen.
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