Milliardengeschäft: Springer sucht angeblich Partner für Fernsehübernahme
zuletzt aktualisiert: 10.01.2006 - 08:36München (rpo). Einem Zeitungsbericht zufolge sucht der Springer-Verlag nach einem Partner für den geplanten Kauf der Sendergruppe ProSiebenSat1. Springer wolle so die Bedenken des Kartellamts gegen das umstrittene Milliardengeschäft ausräumen. Am Wochenende habe der Verlag mit der Fernsehgruppe SBS verhandelt.
Die Luxemburger Gruppe unterhält unter anderem 16 Fernsehsender und 21 Bezahlsender in neun Ländern und ist damit eine der größten TV-Gruppen in Europa. Der "Tagesspiegel" berichtete unterdessen, Springer erwäge im Tauziehen mit dem Kartellamt als Zugeständnis, entweder Sat1 oder Pro7 wieder zu verkaufen. Verhandelt werde dafür mit einem ausländischen Unternehmen.
Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) soll am Dienstag endgültig über die Pläne Springers entscheiden. Nach bisherigem Stand der Diskussion lehnen sowohl die KEK als auch das Bundeskartellamt das Geschäft in der bisher bekannten Form ab.
Sollte das Geschäft am Veto der Wettbewerbsbehörden scheitern, will sich Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nicht um eine Ministererlaubnis bemühen.
Döpfner scheue wegen des ungewissen Ausgangs davor zurück, eine solche Erlaubnis bei Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zu beantragen, hieß es in dem Blatt unter Berufung auf Verlagskreise.
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