Fusion: Springer und Saban verhandeln neue Sachlage
zuletzt aktualisiert: 17.01.2006 - 14:29Berlin (rpo). Die Axel Springer AG hat offenbar noch keine Entscheidung getroffen, wie das weitere Vorgehen um die geplante Übernahme der Sendergruppe ProSiebenSat.1 aussehen soll. Nach Angaben eines Springer-Sprechers sei noch nicht entschieden, ob eine Sondergenehmigung der Bundesregierung angestrebt wird. Unterdessen beraten Vorstandschef Mathias Döpfner und Sender-Mehrheitseigner Saban über die neue Sachlage.
Nach Informationen einer Nachrichtenagentur wollte sich Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner am Dienstag mit ProSiebenSat.1-Mehrheitseigner Haim Saban treffen, um die Lage im Lichte der erwarteten Ablehnung zu erörtern. Zudem sollten weitere Schritte besprochen werden, die sich aus der neuen Entwicklung und aus den Konditionen des Kaufvertrags ergeben.
Der Verlag hatte am Montag bekannt gegeben, sein Angebot an das Bundeskartellamt zum Verkauf des Senders ProSieben wegen Uneinigkeiten über den Verkaufszeitpunkt zurückzuziehen. Einen Verkauf von Sat.1 oder ProSieben hatte das Bundeskartellamt zur Bedingung für eine Genehmigung der Übernahme gemacht. Die Frist der Wettbewerbsbehörde läuft noch bis zum 27. Januar.
Problemfall Verzugszinsen
Laut "Handelsblatt" verhandelt Springer mit Saban darüber, ob dieser bereit ist, auf die vereinbarten Verzugszinsen von täglich 820.000 Euro ab dem 23. Januar zu verzichten, wenn die Übernahme bis dahin nicht zu Stande kommt. Ohne diesen Verzicht könnte Springer wohl den langwierigen Weg einer möglichen Ministererlaubnis für die Übernahme der Sendergruppe nicht gehen, schreibt das Blatt.
Nach Informationen der "Süddeutsche Zeitung" hat Döpfner bereits in den vergangenen Tagen mit mehreren Politikern aus Union und SPD über eine Sondererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) für die TV-Pläne des Verlagshauses gesprochen. Glos selbst wollte sich am Dienstag auf einer Veranstaltung in Berlin auf eine entsprechende Frage ausdrücklich nicht zu dem Thema äußern.
Der Zeitung zufolge hat Döpfner mit den Ministerpräsidenten aus Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz, Edmund Stoiber (CSU), Roland Koch (CDU) und Kurt Beck (SPD), gesprochen. Stoiber habe Döpfner zugesagt, einen Antrag auf Ministererlaubnis zu unterstützen. Dagegen sei die SPD-Parteispitze skeptisch.
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