kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
CD Steuersünder Panorama 100201
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Staat darf gekaufte Steuer-CDs nutzen

zuletzt aktualisiert: 30.11.2010 - 14:15

Karlsruhe (RPO). Der Staat darf angekaufte Steuer-CDs für Ermittlungen gegen Steuersünder nutzen, auch wenn die Bankdaten ursprünglich illegal und heimlich kopiert worden sind. Dies hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss entschieden. Zur Begründung hieß es, die Straftat des Informanten führe nicht dazu, dass die Daten nicht ausgewertet werden können.

Anlass der Entscheidung war die Verfassungsbeschwerde eines Ehepaares, dessen Wohnung 2008 aufgrund einer Anordnung des Amtsgerichts Bochum durchsucht worden war. Der Anfangsverdacht ergab sich aus den Daten aus Liechtenstein, die vom Bundesnachrichtendienst angekauft und an die Steuerbehörde weitergeleitet wurden. Daraus ergab sich der Verdacht, dass das Ehepaar Einkommensteuer zwischen 16.440 und 24.000 Euro hinterzogen hatte.

Die Betroffenen legten Beschwerde gegen den Durchsuchungsbeschluss ein und machten ein Beweisverwertungsverbot geltend. Da die Erhebung der Daten völkerrechtswidrig gewesen sei und die Verwendung gegen deutsches Recht verstoße, seien die Erkenntnisse unverwertbar. Das Amtsgericht und das Landgericht Bochum lehnten die Beschwerden jedoch ab. Auch die Verfassungsbeschwerde blieb jetzt ohne Erfolg.

Zur Begründung verwies die Kammer des Zweiten Senats darauf, dass nur bei schwerwiegenden, planmäßigen oder willkürlichen Verfahrensverstößen illegal erlangte Erkenntnisse unverwertbar bleiben. Die Steuerdaten berührten aber nicht den "absoluten Kernbereich privater Lebensgestaltung", sondern lediglich geschäftliche Kontakte mit Liechtensteiner Kreditinstituten, heißt es in der Entscheidung weiter. Selbst wenn Private die Beweismittel in strafbarer Weise erlangten, müsse das "bei der Beurteilung eines möglichen Verwertungsverbotes von vorn herein nicht berücksichtigt werden", so die Verfassungsrichter.

Der Bundesnachrichtendienst hatte laut Gericht die Daten lediglich entgegengenommen und weitergeleitet, "nicht aber ihre Herstellung, Beschaffung oder Erfassung veranlasst". Die gegenteilige Auffassung des Ehepaares sei durch nichts belegt, so die Kammer.

Grüne begrüßen Entscheidung

Die Grünen im Bundestag begrüßten die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. "Sie bestätigt uns in unserer Auffassung, dass die angebotenen Daten ein legitimes Mittel sind, um Steuervergehen zu bekämpfen. Die Polizei handelt rechtmäßig, wenn sie Beweismittel aufkauft und auswertet." Endgültig werde deutlich, dass der Widerstand "insbesondere der FDP und von Teilen der Union gegen die Nutzung der Daten basiert nicht auf einer fundierten rechtlichen Einordnung - diese Argumente waren und sind fadenscheinig". Stattdessen blieben Union und FDP "ihrer Linie treu, es mutmaßlichen Steuerhinterziehern so einfach wie möglich machen zu wollen", erklärten die Grünen.

Da die Verfassungsbeschwerde eine Wohnungsdurchsuchung im Ermittlungsverfahren betraf, bezieht sich die Entscheidung streng genommen auf vorprozessuale Verwertungsverbote. In einem späteren Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung könnte erneut ein Beweisverwertungsverbot beantragt werden. Nach der Begründung der Kammerentscheidung erscheint es jedoch unwahrscheinlich, dass der Antrag im Hauptverfahren anders beurteilt werden würde.

(Aktenzeichen: Bundesverfassungsgericht 2 BvR 2101/09)

Quelle: dapd/felt

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Wie Restaurants am Kunden sparen

Statt Sauce Hollandaise gibt's ein Imitat

Wie Restaurants am Kunden sparen

Sauce Hollandaise wird in Restaurants oft nicht selbst mit Butter und Eigelb zubereitet. Stattdessen werden billige Imitate der Lebensmittel ... mehr 

Lenovo erwägt PC-Produktion in Thüringen

Chinesischer Computerhersteller

Lenovo erwägt PC-Produktion in Thüringen

Der chinesische Computerhersteller Lenovo wird möglicherweise in Zukunft auch in Deutschland PCs herstellen. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Statt Sauce Hollandaise gibt's ein Imitat

Wie Restaurants am Kunden sparen

Chinesischer Computerhersteller

Lenovo erwägt PC-Produktion in Thüringen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
In Kiel leuchtet die Ampel rot-blau-grün: Ralf Stegner (SPD), Anke Spoorendonk (SSW) und Eka von Kalben (Grüne) präsentieren den Koalitionsvertrag für Schleswig-Holstein.

Koalitionsvertrag in Schleswig-Holstein

Der Vertrag für die Dänen-Ampel steht

In Kiel reagiert künftig die Dänen-Ampel. Am Sonntag beendeten die an der Regierung beteiligten Parteien ihre Verhandlungen. SPD, Grüne und Südschleswigscher Wählerverband (SSW) stellten am Abend ihren Koalitionsvertrag. mehr

 
Offizielle-und-inoffizielle-Atommaechte_1_48507.jpg

Schiffe aus deutscher Produktion

Israel stationiert Atomwaffen auf U-Booten

Einem Medienbericht zufolge werden israelische U-Boote aus deutscher Produktion mit Atomraketen bewaffnet. mehr

 

Die Linke hat ihr Ende vor Augen

Selbst Gysi weiß nicht weiter

 

Angeblich macht Merkel Druck auf Madrid

Spanien wehrt sich gegen Rettungsschirm

 

Ägyptens Ex-Präsident entgeht Todesstrafe

Tausende fordern den Tod Mubaraks

 
 
 

Chaotischer Parteitag der Linken

Ein Akt der Selbstzerfleischung

Strom-Rechner

kWh
vergleichen