Bankenrettungsfonds: Staatliche Hilfe für Aareal-Bank
zuletzt aktualisiert: 15.02.2009 - 16:50Wiesbaden (RPO). Der Staat steigt in Milliardenhöhe auch beim Immobilienfinanzier Aareal Bank ein. Der Bankenrettungsfonds SoFFin stellt dem im MDAX geführten Institut eine stille Einlage von 525 Millionen Euro zur Verfügung und garantiert unbesicherte Emissionen bis zu einem Betrag von vier Milliarden Euro.
Die Stille Einlage werde mit jährlich neun Prozent verzinst, teilte die Aareal Bank weiter mit. Die Aareal Holding, die 37,2 Prozent der Anteile halte, behalte gemäß der Vereinbarung mit dem SoFFin ihre Sperrminorität. Die Eigenkapitalquote, die Ende 2008 noch 8 Prozent betragen habe, steige wieder auf auf das "Niveau vieler internationaler Wettbewerber, die sich bereits rekapitalisiert haben, und entspricht den im Zuge der Finanzmarktkrise gestiegenen Marktanforderungen".
Commerzbank als erste teilverstaatlicht
Der Bankenrettungsfonds gewährt den Angaben zufolge zudem einen Garantierahmen für neu zu begebende unbesicherte Emissionen mit einer maximalen Laufzeit von 36 Monaten im Gesamtvolumen von bis zu vier Milliarden Euro. Damit verschaffe sich die Aareal Bank eine sichere Grundlage und mehr Flexibilität für ihre Refinanzierung in den kommenden Jahren, hieß es. Das bewährte Geschäftsmodell werde nicht geändert.
Die Aareal Bank ist aus der einst staatlichen Deutsche Pfandbrief- und Hypothekenbank AG hervorgegangen. 2002 wurde die Bankengruppe geteilt in den Immobilienfinanzierer Aareal mit Sitz in Wiesbaden und den Staatsfinanzierer DEPFA mit Sitz in Dublin. Finanzprobleme der DEPFA brachten deren neuen Mutterkonzern Hypo Real Estate in Existenzschwierigkeiten.
Als erste Bank war im Januar die Commerzbank teilverstaatlicht worden. Nach einer Kapitalspritze von 18 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds SoFFin hält der Bund eine Beteiligung von 25 Prozent plus einer Aktie und damit eine Sperrminorität.
Keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr
Die Bank meldete am Sonntag für das vierte Quartal 2008 ein Vorsteuerergebnis von 11 Millionen Euro. "Damit hat die Aareal Bank Gruppe in allen Quartalen seit Ausbruch der Finanzmarktkrise schwarze Zahlen geschrieben", unterstrich das Institut. Auch das laufende Jahr habe für das Unternehmen zufriedenstellend begonnen. "Die Risikovorsorge wird sich nach Einschätzung des Vorstands weiterhin auf einem beherrschbaren Niveau bewegen."
Eine Ergebnisprognose sei wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise derzeit aber nicht möglich, hieß es.
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