Ungarn-Tochter: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Telekom
zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 10:01Bonn (RPO). Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt gegen die Deutsche Telekom. Sie habe damit auf ein Rechtshilfegesuch aus den USA reagiert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Aktuell gehe es um einen Anfangsverdacht auf Bestechung oder Beihilfe zur Bestechung bei acht Personen.
Der Bonner Dax-Konzern bestätigte Durchsuchungen der Geschäftsräume und erklärte, es gehe um alte Geschäfte der ungarischen Telekom-Tochter Magyar Telekom, die schon vor Jahren ins Visier von Ermittlungsbehörden geraten seien. Im Jahresabschluss 2005 hätten Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) verdächtige Zahlungen entdeckt und den Ungarn das Testat versagt. Daraufhin sei 2006 eine Kanzlei mit der Überprüfung der Vorgänge beauftragt worden, sagte ein Telekom-Sprecher weiter. Weil die Magyar Telekom auch in den USA notiert ist, hätten sich die US-Börsenaufsicht SEC und das US-Justizministerium eingeschaltet.
Die USA hätten eine Untersuchung von verdächtigen Zahlungsabflüssen bei der Ungarn-Tochter durch die deutschen Juristen gefordert, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Dem Bericht zufolge versuchen die US-Behörden mit diesem Vorgehen offenbar, auch den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen.
Laut Zeitung geht es bei den Untersuchungen im wesentlichen um Beraterverträge für Töchter der Magyar Telekom in Mazedonien und Montenegro. In den Büchern hätten die Wirtschaftsprüfer von PwC keine ausreichende Gegenleistung für hohe Zahlungen erkennen können. Mit dem Geld sollen angeblich Politiker und einflussreiche Regierungsbeamte geschmiert worden sein.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
