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Medienbericht: Staatsanwaltschaft verhört Siemens-Chef Kleinfeld

zuletzt aktualisiert: 25.11.2006 - 09:56

München (RPO). Die Staatsanwaltschaft München will zu den mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen bei Siemens laut einem Zeitungsbericht auch Konzernchef-Chef Klaus Kleinfeld vernehmen. Der Vorstandsvorsitzende solle in den kommenden Wochen als Zeuge gehört werden und dabei Auskunft darüber geben, ob er von Schmiergeldzahlungen im Auftrag von Siemens wusste.

Ermittler hatten im Zuge der Korruptions- und Untreue-Affäre auch sein Büro durchsucht. Allerdings stellte die Staatsanwaltschaft klar, dass Kleinfeld nicht als Beschuldigter gelte, sondern Zeuge in dem Verfahren sei. Kleinfeld war von Januar bis September 2004 im Zentralvorstand für Kommunikationstechnik zuständig. In der Sparte Telekommunikation waren nach den bisherigen Ermittlungen in den vergangenen zehn Jahren schwarze Kassen in Österreich und der Schweiz angelegt und mit mehr als 200 Millionen Euro gefüllt worden.

Ein ehemaliger Leitender Angestellter der Kommunikationssparte, Schlüsselfigur im Korruptionsskandal, habe am 16. November gestanden und dabei den frühen Siemens-Vorstand Thomas Ganswindt belastet, schrieb das Magazin "Focus". Den wolle er Anfang 2004 wegen drohendem Ärger mit der Justiz vor weiteren Zahlungen im Millionenbereich gewarnt haben.

Die Schlüsselfigur habe zudem ausgesagt, der in U-Haft befindliche Ex-Finanzchef der Sparte, Michael Kutschenreuter, habe ihm zu verstehen gegeben, dass man im Falle von Ermittlungen alles auf ihn schieben werde. Ein weiterer Manager habe ihm bedeutet, dass Siemens sich um seine Familie kümmere, falls er hinter Gittern lande. Die Strafverfolger in München haben mittlerweile eine zwölfköpfige Sonderkommission "Netzwerk" gegründet, wie das Magazin berichtete.

Quelle: afp

 
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