1,7 Prozent: Staatsdefizit für 2006 niedriger als erwartet
zuletzt aktualisiert: 22.02.2007 - 08:30Wiesbaden (RPO). Deutschlands Defizitquote hat im vergangenen Jahr nur 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen. Damit fiel die Quote noch niedriger aus als bislang geschätzt. Die Kriterien des Maastricht-Vertrags wurden seit 2001 erstmals wieder eingehalten.
In absoluten Zahlen betrug das Finanzierungsdefizit rund 39,5 Milliarden Euro und war damit rund 7,0 Milliarden Euro niedriger als zunächst geschätzt. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Noch im Januar hatten die Statistiker die Defizitquote des vergangenen Jahres auf 2,0 Prozent beziffert. Doch neue Daten über Steueraufkommen, Einnahmen und Ausgaben in den letzten drei Monaten 2006 sorgten für die Korrektur nach oben: Der Staat nahm den Angaben zufolge im gesamten vergangenen Jahr sieben Milliarden Euro mehr ein als noch im Januar geschätzt.
Damit lag die Defizitquote im vergangenen Jahr erstmals seit 2001 wieder deutlich unter der EU-Höchstgrenze von drei Prozent. 2001 hatte die Quote 2,8 Prozent betragen, in den darauffolgenden Jahren lag sie stets deutlich über den im Maastrichtvertrag festgelegten drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes, die für konjunkturelle Tiefs gelten.
In Zahlen betrug das Finanzierungsdefizit des Staates im vergangenen Jahr laut den aktualisierten Daten der Statistiker rund 39,5 Milliarden Euro. Dieser Betrag ist die Differenz zwischen den Einnahmen - 1015,0 Milliarden Euro - und den Ausgaben - 1054,6 Milliarden Euro. Beim Bund betrug das Defizit 34,9 Milliarden Euro, bei den Ländern 9,7 Milliarden Euro. Die Gemeinden und die Sozialversicherung dagegen schlossen 2006 sogar mit einem Überschuss von 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise 3,9 Milliarden Euro ab.
Das statistische Bundesamt teilte weiter mit, dass die deutsche Wirtschaft zum Jahresende 2006 noch stärker gewachsen als ursprünglich erwartet. Die Wirtschaftsleistung legte im 4. Quartal um 0,9 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal zu. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt, das den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung misst, um 3,5 Prozent, kalenderbereinigt sogar um 3,7 Prozent.
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