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Arcandor wird kein Steuergeld mehr erhalten: Nachdem sich die Karstadt-Mutter wochenlang an den Staat geklammert hat, hat sie am Montag Insolvenz angemeldet. Ohnehin endeten staatliche Rettungsversuche nicht selten als Millionengräber. Vom Einsturz bedrohte Banken wie die Hypo Real Estate konnte der Staat bislang mit immensem Einsatz stabilisieren. Versuche in der Realwirtschaft gingen dagegen mehrfach schief.
Im Folgenden ein Überblick:
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Wadan-Werften
Mit bereitgestellten Krediten und Bürgschaften in Höhe von 220 Millionen Euro versuchten Bund und Land, das Traditionsunternehmen in Wismar und Rostock durch die aktuelle Krise zu bringen. Laut der Landesregierung sind bereits 167 Millionen Euro abgeflossen.
Doch der Plan ging schief: Die lange in Aussicht gestellten russischen Milliarden-Aufträge für Spezialschiffe und Offshore-Anlagen gehen nie ein. Zudem kommt Wadan gegen die Konkurrenz aus Fernost nicht mehr an. Am 5. Juni muss das Unternehmen mit seinen 2.700 Beschäftigten Insolvenz anmelden. Ohne Staatsgeld hätte es Wadan allerdings schon länger nicht mehr geben: Mit massivem Steuermittel-Einsatz waren die einstigen DDR-Schrottwerften in den 90er Jahren erst zu modernen Betrieben umgebaut worden.
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Qimonda
Der Speicherchiphersteller - wegen Überproduktion und weltweitem Preisverfall in Schieflage geraten - meldet im Januar 2009 Insolvenz an. Sachsen und Portugal wollen die Infineon-Tochter mit Krediten über 250 Millionen Euro beispringen, außerdem ist eine Bund-Länder-Bürgschaft über 280 Millionen Euro geplant. Doch Infineon kann seinen Eigenanteil in Höhe von 75 Millionen Euro nicht aufbringen. Qimonda geht pleite.
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Philipp Holzmann
Aufgrund von Missmanagement und der Bau-Dauerkrise steht der einst größte deutsche Baukonzern 1999 am Abgrund: Die Schuldenlast liegt bei 4,5 Milliarden Mark, 30.000 Arbeitsplätze stehen zur Disposition. Bundeskanzler Gerhard Schröder stellt Bundesbürgschaften in Höhe von 275 Millionen Mark bereit und verkündet den Beschäftigten die scheinbare Rettung.
Tatsächlich fließt das Geld jedoch nie, weil die Staatsbürgschaft an weitere Banken-Hilfen geknüpft ist. Im März 2002 hat der Konzern 6.000 Beschäftigte weniger, immer noch Milliarden-Schulden und kaum mehr Eigenkapital. Die Insolvenz ist unausweichlich.
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Babcock Borsig
Trotz zugesagter Landes- und Bundesbürgschaften von 430 Millionen Mark weigert sich im Juli 2002 die Mehrzahl der Gläubigerbanken, das Sanierungskonzept der Landesregierung für den Maschinenbauer mitzutragen. Es fehle bei den Banken am Vertrauen in das Unternehmen, sagt Ministerpräsident Wolfgang Clement nach der letzten Krisensitzung. Das 111-Jahre alte Traditionsunternehmen mit 20.000 Mitarbeitern geht in die Insolvenz, es finden sich allerdings Käufer für größere Unternehmensteile.
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Maxhütte
Das letzte bayerische Großstahlwerk in der Oberpfalz ist das Paradebeispiel für gescheiterte Rettungsversuche. Das marode Traditionsunternehmen war schon 1987 zum ersten Mal Konkurs gegangen, doch der Einstieg Bayerns, Millionensubventionen und Lohnverzicht der Beschäftigten hielten das Werk zunächst am Leben. Weil die Maxhütte weiter rote Zahlen schreibt, muss sie jedoch 1998 erneut Konkurs anmelden. 2002 kam dann das endgültige Aus, die veralteten Produktionsanlagen wurden abgerissen.
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Drei Fälle, in denen der Staat helfen konnte
Mobilcom
Der Telekommunikationskonzern verhebt sich bei dem Versuch, ein UMTS-Netz aufzubauen und häuft Milliarden-Schulden an. Als France Télécom aussteigt, steht Mobilcom 2002 vor dem Haus. Auch dank eines staatlichen abgesicherten Kredits in Höhe von 112 Millionen Euro gelingt die Rettung, Mobilcom verschmilzt schließlich mit Freenet.
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Beiersdorf
Im Herbst 2003 verhindert die Stadt Hamburg mit einer Minderheitsbeteiligung eine Zerschlagung des Nivea- und Tesa-Herstellers. Zuvor war zäh um die Übernahme des Beiersdorf-Aktienpakets der Allianz gerungen worden. Schließlich übernimmt Hamburg zehn Prozent der Anteile; gleichzeitig erhöht Tchibo seinen Anteil von 30,3 auf fast 50 Prozent und wird größter Aktionär. Nach dem Aktienverkauf 2007 blieb Hamburg sogar ein Gewinn von 7,8 Millionen Euro.
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Hapag-Lloyd
Weil sich die Stadt Hamburg im Dezember 2008 mit knapp 500 Millionen Euro an einem lokalen Konsortium beteiligt und mittelbar rund 23 Prozent der Anteile übernimmt, bleibt die Traditionsreederei ein Hamburger Unternehmen.