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Evonik-Tochter: Stadtwerke Favorit im Rennen um Steag

VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 06:57

Essen (RP). Das Rennen um die Evonik-Tochter Steag, fünftgrößter Stromerzeuger in Deutschland, geht in die letze Runde. Drei Bieter sind noch im Rennen, wie unsere Zeitung aus Finanzkreisen erfuhr: ein Konsortium aus deutschen Stadtwerken, zu dem die Stadtwerke Duisburg, Bochum, Essen, Dortmund und Saarbrücken gehören, der Entsorger Remondis und der türkische Familienkonzern Park-Holding.

Die Umlage für erneuerbare Energien wird im Jahr 2012 nur leicht steigen.  Foto: ddp, ddp
Die Umlage für erneuerbare Energien wird im Jahr 2012 nur leicht steigen. Foto: ddp, ddp

Als aussichtsreichster Kandidat gilt die Stadtwerke-Holding, die über viel politischen Rückenwind verfügt. Die neue rot-grüne Landesregierung will das Gemeindewirtschaftsgesetz ändern und den Stadtwerken wieder erlauben, sich außerhalb ihres Versorgungsgebietes zu engagieren. Genau das hatte die Regierung Rüttgers einst verboten.

Hinter der Stadtwerke-Holding steht die Allianz. Sollten die Stadtwerke den Zuschlag bekommen, sorgt der Versicherer mit für die Finanzierung. Beraten wird das Konsortium von der Bank Lazard. Hinter Remondis steht der Unternehmer Rethmann, der als agiler Macher gilt. Beraten wird Remondis von der Deutschen Bank. Credit Suisse berät die Park-Holding.

Zudem haben zwei weitere Bieter die Möglichkeit, ihr Angebot nachzubessern. Dazu gehört die tschechische Energieholding EPH und der indische Konzern Hinduja, der sich im Kraftwerksbau engagiert. Interessiert hatte sich auch der deutsche Energie-Riese EnBW, er ist aber bereits früh ausgeschieden. Bis Ende Oktober soll eine Entscheidung fallen. Klar ist, dass die Gewerkschaft IG BCE ein entscheidendes Wort beim Verkauf der Steag (4800 Mitarbeiter) mitzureden hat.

Alle Bieter wollen eine Mehrheit an der Steag erwerben. Evonik würde zwar lieber nur einen Minderheitsanteil verkaufen. Dieser Wunsch gilt aber als nehmbare Hürde, falls das Angebot ansonsten stimmt. Evonik hat einige Bedingungen gestellt: Der neue Eigentümer muss die Sozialpartnerschaft einhalten. Er muss für die Steag ein guter strategischer Partner sein – und der Preis muss stimmen. Nach Angaben aus Finanzkreisen sollen die Gebote "um vier Milliarden Euro" liegen. Zum Vergleich: Der Steag-Umsatz lag im Vorkrisenjahr 2008 bei 3,4 Milliarden Euro.

Die Evonik AG hatte Ende 2009 angekündigt, die Steag zu verkaufen. Aus dem Erlös will sie den Ausbau der Chemiesparte (früher Degussa) finanzieren. Je wertvoller Evonik wird, desto besser für ihre Eigentümerin, die RAG-Stiftung. Diese will Evonik eines Tages verkaufen, um daraus die Ewigkeitslasten des Bergbaus zu finanzieren.


 
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