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Höhenflug ungebrochen: Starker Euro bereitet große Sorgen

zuletzt aktualisiert: 22.04.2008 - 18:44

Frankfurt/Main (RPO). Der Höhenflug des Euros ist ungebremst. Am Dienstag knackte die Gemeinschaftswährung die Marke von 1,60 Dollar. Doch das neue Allzeithoch treibt den deutschen Industriebossen die Sorgenfalten in die Stirn. Sie befürchten Wettbewerbsnachteile für die heimische Wirtschaft.

Bei einer Umfrage des Psephos-Instituts unter knapp 800 Topmanagern im Auftrag des "Handelsblatts" und der Unternehmensberatung Droege & Comp sahen 40 Prozent der Befragten negative Auswirkungen für das eigene Geschäft, darunter ein Drittel "deutliche".

Einige Konzerne reagierten bereits, indem sie den Ausbau ihrer Produktionsstandorte in den USA vorantreiben. BMW erweitert sein US-Werk Spartanburg, wo künftig 240.000 Autos jährlich vom Band rollen sollen; doppelt so viele wie bisher. Zudem kauft der bayerische Konzern künftig mehr Teile bei US-Zulieferern. Der Airbus-Mutterkonzern EADS will das Währungsrisiko mindern und Unternehmen in den USA übernehmen.

40 Prozent der Topmanager gaben hinggen an, sie sähen keine Auswirkungen der Dollar-Schwäche für ihr Geschäft. Besonders große und mittelgroße Unternehmen aus den exportstarken Sparten wie Chemie, Metall- und Elektroindustrie sowie der Fahrzeug- und Maschinenbau hätten von merklich ungünstigen Effekten gesprochen, heißt es in dem Bericht.

Nutznießer des starken Euros sind hingegen die US-Unternehmen mit einem starken Geschäft in Europa. Der Fast-Food-Riese McDonald's berichtete etwa für das erste Quartal einen Gewinnanstieg von 24 Prozent auf 946 Millionen Dollar (593 Millionen Euro). Der Umsatz verbesserte sich um 6 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar, dabei profitierte McDonald's auch von den kräftig sprudelnden Einnahmen in Euro.

Am Dienstag notierte der Euro bei 1,60035 Dollar. Auch der Ölpreis erreichte zuvor mit mehr als 118 Dollar pro Barrel (159 Liter) ein neues Rekordniveau bei 118,45 Dollar. Händler sprachen von einem nervösen Währungsgeschäft.

Als Hauptgrund für den steigenden Euro-Kurs gelten neben der Schwäche der US-Wirtschaft die vergleichweise hohen Zinsen im Euro-Raum, die Anlagen in Euro für Investoren attraktiver machen.

Während die US-Notenbank wegen der schweren Immobilienkrise und der deutlichen Konjunkturabkühlung den Leitzins in mehreren Schritten auf 2,25 Prozent gesenkt hatte, lockerte die EZB die geldpolitischen Zügel bisher nicht. Der Leitzins steht seit vergangenem Sommer bei 4 Prozent. Im März stieg die Inflation im Euro-Raum auf 3,6 Prozent. Sie liegt damit deutlich über der von der EZB als Preisstabilität definierten Marke von knapp 2 Prozent.

Quelle: afp

 
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