Deutsche Konzerne wollen Solarstrom aus der Wüste: Startschuss für das Mega-Projekt Desertec
zuletzt aktualisiert: 13.07.2009 - 14:31München (RPO). Das ehrgeizige Projekt, umweltfreundlichem Solarstrom aus der Wüste zu gewinnen, hat am Montag begonnen: Zwölf Unternehmen haben in München die Grundsatzvereinbarung zur Gründung der Desertec Industrial Initiative unterzeichnet.
Die Initiative soll binnen drei Jahren konkrete Geschäftspläne und Finanzierungskonzepte erarbeiten, wie mit Sonnenkraftwerken in den Wüsten Nordafrikas und des Mittleren Ostens bis 2050 rund 15 Prozent des Europäischen Strombedarfs gedeckt werden können.
Neben der Solarenergie will Desertec dabei auch Windenergie einsetzen. Zudem steht auch die Frage, wie der Strom nach Europa transportiert werden kann, auf der Aufgabenliste der Initiative. Neben Europa sollen außerdem auch die Staaten selbst, in denen die Anlagen errichtet werden, mit dem Solar- und Windstrom versorgt werden.
Zu den Unterzeichnern der Grundsatzvereinbarung gehören Schwergewichte der Finanzbranche wie die Münchener Rück und die Deutsche Bank, der Industrie wie Siemens und der Energieerzeuger wie RWE und E.ON. Die Gründung der Initiative soll nach der Grundsatzvereinbarung bis spätestens Ende Oktober umgesetzt werden.
Die Initiative ist nicht unumstritten. Kritiker sehen vor allem die Standorte als problematisch an. Sie sorgen sich um politische Instabilität in den Regionen sowie eine mögliche Abhängigkeit Europas von den Staaten, in denen die Anlagen gebaut werden sollen.
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