Anstieg der Erzeugerpreise: Steigende Inflation erwartet
zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 - 16:11Wiesbaden (RPO). Stark gestiegene Erzeugerpreise haben die Sorge vor einem Anziehen der Lebenshaltungskosten verstärkt. Die Produzenten von Energie, Lebensmitteln und anderen gewerblichen Erzeugnissen hoben im Januar die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,7 Prozent an, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Experten gehen nun davon aus, dass sich der Anstieg auf die Verbraucherpreise auswirken könnte.
Allein seit Dezember stiegen die Erzeugerpreise nach Angaben der Statistiker um 1,2 Prozent, stärker als in jedem einzelnen Monat 2010. Aufs Jahr gerechnet war die Teuerung bei Energie um 9,3 Prozent am stärksten. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise im vergangenen Monat um 4,0 Prozent höher als im Januar 2010.
Volkswirte erwarten Höhepunkt im Herbst
Volkswirte äußerten sich besorgt über die Preisentwicklung in Deutschland. "Der Preisdruck in der Pipeline nimmt zu", sagte Ken Wattret von der Bank BNP Paribas. Auch ohne die Energiepreise sei der Anstieg um 4,0 Prozent der höchste bei den Erzeugerpreisen seit Anfang der 80er Jahre.
Die Volkswirte von Barclays Capital erwarten, dass sich die Entwicklung der Energiererzeugerpreise im ersten Quartal bereits in den für die Europäische Zentralbank maßgeblichen Verbraucherpreisen niederschlagen wird. So wird für Februar wegen höherer Heizungs-, Gas- und Strompreise ein Anstieg des entsprechenden Segments um 0,2 Prozent prognostiziert. Mit Blick auf die Nahrungsmittelpreise sind die Experten aber optimistisch, dass der Auftrieb bei den Erzeugerpreisen mit 4,3 Prozent im vierten Quartal den Höhepunkt erreichen wird. Das wären 0,3 Prozentpunkte weniger als im Juli 2008, als der bisher höchste Anstieg ermittelt wurde.
Heizöl mehr als 30 Prozent teurer
Nach Angaben der Statistiker legten bei den wichtigsten Energieträgern die Preise für Mineralölerzeugnisse mit einem Plus von 16,2 Prozent am stärksten zu. Dabei verteuerten sich Flüssiggas als Kraft- oder Brennstoff um 45,8 Prozent und leichtes Heizöl um 30,7 Prozent. Dieselkraftstoff legte um 15,7 Prozent zu, Motorenbenzin um 9,2 Prozent. Für elektrischen Strom mussten alle Abnehmergruppen im Schnitt 5,9 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr.
Vorleistungsgüter - also Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden - waren im Vergleich zum Januar 2010 um 7,6 Prozent teurer und erreichten damit einen neuen Höchststand. Zu den hohen Veränderungsraten trugen den Angaben nach vor allem Metallpreise bei, die um 20,5 Prozent zulegten.
Verbrauchsgüter kosteten im Januar 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr und lagen damit auf dem bisherigen Höchststand vom August 2008. Dabei stiegen die Preise für Nahrungsmittel um 5,3 Prozent.
Gebrauchs- und Investitionsgüter legten dem Statistikamt zufolge im Januar mit einem Plus von 1,1 beziehungsweise 1,0 Prozent deutlicher zu als in den Vormonaten.
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