kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
steuererklärung ddp panorama
  Foto: ddp
Kommentare ()

Behörden müssen Millionen erstatten: Steuerbescheid: Jeder zweite Einspruch lohnt

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 30.10.2009 - 21:46

Berlin (RP). Das Steuerrecht wird immer komplizierter. Die unklare Rechtslage und Fehler in den Finanzämtern führen zu nachträglichen Korrekturen von Steuerbescheiden. Eine Überprüfung des Steuerbescheids kann bares Geld wert sein: Fast jeder zweite Einspruch gegen einen Bescheid des Finanzamts war im vergangenen Jahr rechtens.

Steuerberaterverband: "Grundsätzlich ist beim Steuerbescheid Misstrauen angebracht."  Foto: ddp
Steuerberaterverband: "Grundsätzlich ist beim Steuerbescheid Misstrauen angebracht." Foto: ddp

Das geht aus einer Statistik des Bundesfinanzministeriums hervor. Demnach wurden 2008 von den mehr als 5,5 Millionen von den Finanzämtern bearbeiteten Einsprüchen 42 Prozent zugunsten der Steuerzahler entschieden. Nach internen Schätzungen mussten die Behörden mehrere Millionen Euro erstatten.

Die Statistik belegt allerdings nicht unbedingt, dass die Behörden falsch rechnen. Außerdem protestieren etliche Steuerzahler „vorsorglich” gegen ihren Steuerbescheid, um Gerichtsurteile abzuwarten oder Belege und Nachweise später einzureichen. In NRW wird laut der Oberfinanzdirektion Münster lediglich gegen zehn Prozent der Steuerbescheide überhaupt Einspruch eingelegt.

Steigende Unsicherheiten im Steuerrecht

Steuerberaterverbände kritisieren indes steigende Unsicherheiten im Steuerrecht und die Überlastung der Behörden. „Grundsätzlich ist beim Steuerbescheid Misstrauen angebracht”, sagt Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband. „In den Ämtern wird stärker auf Technik gesetzt und Personal abgebaut. Dadurch geht manches schief.” Wie viele Steuerbescheide wegen Rechenfehlern nachträglich korrigiert werden müssen, lässt sich nicht ermitteln.

Innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids muss der Steuerzahler Einspruch einlegen, will er seine Rechte geltend machen. „Die Bürger sollten zunächst immer die Zahlen des Bescheids mit denen aus der Steuererklärung vergleichen”, sagt der Duisburger Steuerberater Volker Humeny. Die komplizierteren Berechnungen etwa bei abzugsfähigen Aufwendungen könne aber meist nur ein Experte überprüfen.

Maximal 20 Minuten

Dieter Ondracek, Chef der Steuergewerkschaft, sieht die Statistik als Beleg für die Überlastung der Finanzbehörden. „Wir haben zu wenig Personal für zu viele Steuererklärungen”, sagte er. Im Schnitt könne sich ein Beamter maximal 20 Minuten mit einer „normalen” Steuererklärung eines Arbeitnehmers befassen. Die Stellenstreichungen in NRW hätten die Lage in den vergangenen Jahren verschlechtert, kritisiert der oberste Vertreter der Finanzbeamten. 2008 sind in den NRW-Finanzbehörden 1000 Stellen weggefallen.

Das Düsseldorfer Finanzministerium weist das zurück und betont, dass landesweit 26.000 Mitarbeiter in der Finanzverwaltung arbeiteten und mit leistungsfähigen IT-Systemen und einem Risikomanagement ausgestattet seien. Ein Großteil der Einsprüche sei zudem der rechtlichen Unsicherheit bei der Pendlerpauschale geschuldet gewesen, heißt es.

Viele Steuerzahler hätten automatisch Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt, um das Urteil des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten. Tatsächlich kippten die obersten Richter später die noch von der großen Koalition durchgesetzte Kürzung der Entfernungspauschale.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Fiat lockt Kunden mit Drei-Jahres-Tankgutschein

Nur ein Euro pro Liter

Fiat lockt Kunden mit Drei-Jahres-Tankgutschein

Der italienische Autobauer Fiat will mit einem besonderen Angebot Kunden anlocken. mehr 

Madrid: "Wir sind solvent und werden Krise meistern"

Schuldenkrise in Spanien

Madrid: "Wir sind solvent"

Spanien benötigt nach Auffassung der Madrider Regierung zur Abwendung eines Staatsbankrotts keine Rettungsaktion der EU. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Schuldenkrise in Spanien

Madrid: "Wir sind solvent"

Französisches Familienunternehmen

Europas größter Geflügelproduzent Doux ist pleite

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Wladimir Putin in Berlin zu einem mehrstündigen Gespräch empfangen.

Putins Antrittsbesuch in Berlin

Nur der Hauch einer Annäherung

Beim Antrittsbesuch von Russlands Präsident Wladimir Putin bei Angela Merkel in Berlin begrüßten sie sich im Kanzleramt mit Wangenkuss. Von F. Herrmann und G. Mayntz  mehr

 
Die Linke - Konferenz in Frankfurt

Parteitag am Wochenende in Göttingen

Personeller Showdown bei den Linken

Bei der Linken wird der Kampf ums Spitzenpersonal an diesem Wochenende entschieden – zumindest vorerst. Von Dana Schülbe  mehr

 
 
 

Menschenrechtsrat fordert Untersuchung

UN verurteilt Syrien wegen Hula-Massaker

 

Keine Lösung bis zum Herbst

SPD-Länder lehnen Steuerabkommen weiter ab

 

Debatte um marodes Atommüll-Lager

Altmaier will Lex Asse zur Atommüll-Bergung

 
Strom-Rechner

kWh
vergleichen