Karstadt-Insolvenz: Steuerzahler finanzieren Millionenbetrag
zuletzt aktualisiert: 10.04.2010 - 12:15Düsseldorf (RPO). Die Insolvenz der Kaufhauskette Karstadt wird für den Steuerzahler eine teure Angelegenheit: Einem Medienbericht zufolge verliert der Staat mehr als eine halbe Milliarde Euro. Die Finanzbehörden, die Bundesagentur für Arbeit und die Sozialkassen hätten im Insolvenzverfahren zusammen Forderungen von rund 665 Millionen Euro geltend gemacht, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Samstag vorab.
Bei einer geplanten Rückzahlungsquote von drei Prozent seien demnach lediglich Erstattungen von rund 21 Millionen Euro an die Behörden zu erwarten. Mit rund 500 Millionen Euro entfalle der Großteil der Forderungen auf die Steuerbehörden.
Die Ansprüche der Arbeitsagentur und der Sozialkassen aus Insolvenzgeldzahlungen an Karstadt-Mitarbeiter belaufen sich auf 108 Millionen und 78 Millionen Euro, wie es laut dem Magazin in einem bislang unveröffentlichten Statusbericht des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg zur ersten Gläubigerversammlung heißt.
Im Insolvenzplan gehe Görg von einem Forderungsvolumen aller Gläubiger in Höhe von rund zwei Milliarden Euro aus. Während bei einem Verkauf bis zum 30. April im Mai oder Juni bereits 60 Millionen Euro an die Gläubiger gezahlt werden könnten, sei im Zerschlagungsfall lediglich mit einer Rückzahlungsquote von rund einem Prozent zu rechnen, heiße es in einer internen Präsentation der Insolvenzverwaltung vom 15. März.
Unterdessen ist laut dem Bericht weiter unklar, ob es zu einer Übernahme Karstadts kommt. Unter den Kandidaten sollen auch Finanzinvestoren sein, die einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Kaufhof sondieren. Manager der Kaufhof-Mutter Metro würden bereits "tastende Vorgespräche" mit verschiedenen Private-Equity-Unternehmen führen, heiße es im Metro-Umfeld. Allerdings würde dies ebenfalls auf eine Karstadt-Zerschlagung hinauslaufen.
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